Erstellt am 13. Mai 2011, 10:24

Interesse an Job als Schulleiter nimmt ab. Das Interesse am Job als Direktor einer AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schule (BMHS) nimmt ab. Seit 2006 wurden 51 Schulleiterposten an BMHS ausgeschrieben, in 17 Fällen gab es dabei nur drei Bewerber, in 15 Fällen überhaupt nur einen, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Grünen durch Unterrichtsministerin Schmied.

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An den AHS gab es immerhin für 40 der 88 ausgeschriebenen Stellen mehr als drei Interessenten, für 21 Fällen indes nur einen einzigen. Auch wenn laut Ministerium aus diesen Zahlen "kein genereller Rückschluss auf ein zu viel oder zu wenig an Bewerbungen" möglich sei, spricht der Vorsitzende der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner, gegenüber der APA von einem "deutlichen Rückgang".

Allerdings müsse man dabei zwischen Stadt und ländlichem Gebiet unterscheiden. Denn während es in Wien oft "eine ganze Fülle an Bewerbern" gebe, seien es anderswo "häufig nur drei oder weniger". Als Gründe nennt Zillner eine im Verhältnis zum Aufwand schlechte Bezahlung und "das Gefühl, nicht unterstützt zu werden". Bei der Fülle an Aufgaben - von der Aufteilung der Finanzen über den Umgang mit gesellschaftlichen Problemen bis zur Umsetzung schulpolitischer Reformen - würden manche sagen: "Das tu ich mir nicht an", so der Direktor des BRG/BORG Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich.

"Die Anzahl der Bewerber ist nicht begeisternd hoch", kommentiert auch der Sprecher der Wiener BMHS-Direktoren Peter Slanar die Zahl der Job-Interessenten gegenüber der APA. Und auch der Bundesvorsitzende der BMHS-Direktoren Max Dirisamer spricht von einer "gewissen Unzufriedenheit" unter seinen Kollegen. Von einer Krise könne man aber derzeit "sicher nicht" sprechen.

Mehr Mitsprache bei der Lehrerauswahl, wie sie Schmied bereits angekündigt hat, würde Zillner befürworten. Diese Möglichkeit gebe es vielerorts schon jetzt, so Zillner.