Erstellt am 11. Oktober 2012, 12:50

Investor Schlaff als letzter Zeuge im U-Ausschuss. Der Investor Martin Schlaff hat am Donnerstag mit seinem äußerst selbstbewussten Auftreten im Korruptions-U-Ausschuss die Abgeordneten provoziert.

Gleich zu Beginn kündigte er an, keine Fragen zum Beweisthema - die Ostgeschäfte der Telekom - zu beantworten, weil er Beschuldigter sei. In Folge lieferte er sich mit dem Ausschuss Wortduelle und empörte die Abgeordneten mit einer Aussage zur Gestapo.

In seinem Eingangsstatement ließ Schlaff wissen, dass er eigentlich froh gewesen sei über die Gelegenheit, vor dem Ausschuss die "Mysterien" rund um die Telekom-Ostgeschäfte aufzuklären. Aus den Medien habe er aber leider inzwischen erfahren, dass er Mitbeschuldigter in einem Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Beweisthema sei. Auf dringenden Rat seines Anwalts werde er nichts zum Beweisthema sagen, so Schlaff.

Laut Ausschuss-Vorsitzendem Rosenkranz laufen gegen Schlaff zwei Strafverfahren: Zu den Geschäften in Serbien und zu jenen in Weißrussland. Als Erster fragen durfte FPÖ-Fraktionsführer Vilimsky - und biss auf Granit. Auf die Frage, ob er in den vergangenen Monaten Kontakt zu Ausschuss-Mitgliedern oder Spitzenvertretern der Parlamentsparteien hatte, antwortete Schlaff mit der Gegenfrage, ob das zum Beweisthema gehöre. Auch dass Vilimsky die Frage mehrmals umformulierte, nützte nichts.

Rosenkranz ließ die Frage zu und richtete sie an die Auskunftsperson, mit dem Zusatz "Ja oder Nein?". Schlaff entgegnete, er wisse nicht, ob Rosenkranz wisse, was Kreisky zu Ja-oder-Nein-Fragen gesagt habe - Kreisky habe gesagt, diese Frage sei ihm zuletzt von der Gestapo gestellt worden. Rosenkranz reagierte empört, auch Petzner wies solche Vergleiche zurück. Schlaff entschuldigte sich daraufhin, er habe sich nur einen "Gag" erlaubt.

Zur Frage selbst (ob er Kontakt mit Ausschuss-Mitgliedern hatte) bekräftigte er, keinen Zusammenhang mit dem Beweisthema zu sehen. Nur soviel war ihm zu entlocken: Den potenziellen Kronzeugen der Justiz, Gernot Schieszler, kenne er nicht. Ob er den ehemaligen Telekom-Chef Boris Nemsic kenne, wollte Schlaff schon wieder nicht mehr beantworten. Die ehemaligen FPÖ-Spitzenpolitiker und Lobbyisten bzw. Werber Walter Meischberger und Gernot Rumpold hingegen kenne er nicht. Aber eines stellte er klar: "Ich bin kein Mitglied einer Geheimloge."