Erstellt am 05. Juni 2015, 11:43

Israelitische Kultusgemeinde warnt vor Koalitionen mit FPÖ. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) übt scharfe Kritik an der sich anbahnenden Koalition der SPÖ mit der FPÖ im Burgenland.

Oskar Deutsch  |  NOEN, APA/GEORG HOCHMUTH
"Wer Wind sät, wird Sturm ernten", warnte Präsident Oskar Deutsch am Freitag in einer Aussendung und erinnerte an SPÖ-Parteitagsbeschlüsse gegen derartige Kooperationen. Auch an die Verhandler in der Steiermark appellierte er: "Keine Koalition mit den Hetzern!"

"Vergessen sind Hetze gegen Asylsuchende und Hassparolen", kritisierte Deutsch die burgenländische SPÖ, die derzeit Koalitionsgespräche mit den Freiheitlichen führt. Vergessen seien auch die "zahlreichen rechtsextremen Ausrutscher zahlreicher FPÖ-Funktionäre".

"Entwicklung entgegen treten"

In der Steiermark wiederum ist es die ÖVP, die bereit ist, mit der FPÖ Koalitionsgespräche zu führen, was Deutsch nicht weniger beunruhigt. "Dies alles um Macht zu erhalten oder die Führung in einem Bundesland zu übernehmen ohne Rücksicht darauf, dass damit die FPÖ-Politik der letzten Jahre salonfähig wird."

"Vergessen sind die historischen Beispiele, wo demokratiefeindlichen Kräfte zuerst gewählt wurden, bevor sie die Macht an sich rissen", zog Deutsch einen zeitgeschichtlichen Vergleich. Vergessen seien auch "all die Probleme, die unser Land durch FPÖ-Politiker erlitten hat", erinnerte er an den Kärntner Hypo-Skandal. Die IKG ruft in der Aussendung auch "alle Menschen in Österreich auf, dieser Entwicklung entgegen zu treten".

FPÖ empört historischer Vergleich

Die FPÖ wehrt sich im Zuge ihrer Koalitionsgespräche im Burgenland gegen einen Vergleich der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), wonach "demokratiefeindliche Kräfte zuerst gewählt wurden, bevor sie die Macht an sich rissen". Dieser sei absolut unangebracht und beschämend, so Generalsekretär Herbert Kickl am Freitag via Aussendung. Auch die weitere Kritik sei sachlich völlig ungerechtfertigt.