Erstellt am 22. August 2012, 08:15

IST Austria will sich verstärkt Mathematischer Physik widmen. Das Institute of Science and Technology (IST) Austria will sich künftig verstärkt der Mathematischen Physik widmen und erweitert mit der Berufung von zwei Professoren in diesem Bereich sein wissenschaftliches Spektrum.

 |  NOEN
Wie IST-Präsident Thomas Henzinger am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte, wurden der Ungar Laszlo Erdös und der Österreicher Robert Seiringer als Full Professors bestellt. Sie werden ihre Arbeit im Frühjahr 2013 aufnehmen. Die Fakultät des IST Austria vergrößert sich damit auf 26 Professoren.

Bisher hat sich das IST Austria vor allem den Bereichen Lebens-und Computerwissenschaften mit einigen Erweiterungen in benachbarte Felder gewidmet. Erdös und Seiringer sollen mit der Mathematischen Physik nun eine neue Richtung innerhalb des Instituts etablieren und dieses "zu einem der weltweit führenden Zentren in der Mathematischen Physik" machen, so Henzinger, der sich davon eine "signifikante Erhöhung des gesamten wissenschaftlichen Gewichts von IST Austria" erwartet.

Laszlo Erdös, 1966 in Ungarn geboren, studierte Mathematik in Budapest und promovierte 1994 bei Elliott H. Lieb an der Princeton University. Er war an der ETH Zürich, dem Courant Institute der New York University und dem Georgia Institute of Technology beschäftigt, ehe er 2003 als Professor an die Ludwig Maximilians Universität München wechselte. Erdös arbeitet auf dem Gebiet der Mathematischen Analyse und der Wahrscheinlichkeitstheorie mit einem Schwerpunkt auf physikalischen Fragestellungen.

Der Österreicher Robert Seiringer, geboren 1976, studierte Theoretische Physik an der Universität Wien. Er promovierte 2000 bei Jakob Yngvason, dem Direktor des Erwin Schrödinger Instituts für Mathematische Physik (ESI) in Wien, einer der weltweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Mathematischen Physik. Anschließend arbeitete Seiringer an der Princeton University und ist seit 2010 an der McGill University in Montreal (Kanada) tätig. 2009 erhielt er den Henri Poincaré Preis der International Association of Mathematical Physics, der als eine der angesehensten Auszeichnungen auf diesem Gebiet gilt. Seiringers wissenschaftliches Interesse liegt auf der Quantentheorie von Systemen mit vielen Freiheitsgraden (Quanten-Vielteilchen-Theorie).