Erstellt am 01. Juni 2016, 00:45

von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath

Jagdgesetz im Visier. Neue Regeln zur Eindämmung der umstrittenen Gatterjagd. Bei der Gesetzesnovelle gibt es noch weitere heikle Punkte.

 |  NOEN, Symbolbild
In die heiße Phase geht es in Bezug auf die Fertigstellung der angekündigten Novelle zum Jagdgesetz. Die erste groß angelegte Änderung seit dem Jahr 2004 wird bereits jetzt entsprechend diskutiert – wird sich doch ein wesentlicher Teil des Gesetzes mit der umstrittenen Gatterjagd auseinandersetzen.

Gesetz „entrümpeln“: Tierschützer zeigen auf

Bis zum 30. Juni soll die eingesetzte Arbeitsgruppe mit der Vorarbeit fertig sein, zeigt man sich im Büro von Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) optimistisch. Experten der Abteilung 4a des Landes, der Landwirtschaftskammer, der Jagdgemeinschaft und der Landesförster tagen seit Jahresbeginn in regelmäßigen Abständen, um das Gesetz zu „entrümpeln“. Im Landtag soll die Novelle dann im Herbst beschlossen werden.

Kein leichtes Unterfangen, gilt es doch teils „diametrale Standpunkte“ zu berücksichtigen, wie es aus dem Büro Dunst heißt. Paradebeispiel dafür ist eben das Thema Gatterjagd, das zuletzt bei Protesten des „Vereins gegen Tierfabriken“ (VGT) gegen die Jagden von Alfons Mensdorff-Pouilly im Landessüden für Aufregung gesorgt hatte.

Interessen der Betreiber stehen hier jene des Tierschutzes gegenüber, heißt es. So fordert VGT-Obmann Martin Balluch vor allem ein Verbot der Jagd auf gezüchtete Tiere, wie sie aus seiner Sicht auch im Burgenland an der Tagesordnung sei. Zudem soll es strengere Strafen und mehr Kontrollen geben.

Aufgrund der Komplexität hält auch Landesjägermeister Peter Prieler eine „gründliche Überarbeitung“ des derzeitigen Gesetzes für unabdingbar. Zu den bestehenden acht Jagdgattern sollen aus Sicht des Landes jedenfalls keine weiteren mehr genehmigt werden.

Haftung: Wer zahlt für Wildschäden?

Eingang in die Novelle soll auch eine Petition der Jägerschaft finden, mit der eine Überarbeitung der Haftungsfragen verlangt wird. Derzeit müssen Jagdgebiet-Pächter für Wildschäden, etwa an Äckern, aufkommen. Hier könnte es künftig zu Änderungen im Ausmaß der Haftung kommen.

Jagd in Zahlen

Von rund 361.000 Hektar an Jagdfläche entfallen 274.000 Hektar auf 336 Genossenschafts-Jagden und 87.000 Hektar auf 143 Eigenjagdgebiete.

2015 im Burgenland erlegt:
Rehwild 21.200
Rotwild 1.150
Wildschweine 6.900
Hasen 22.100
Fasane 17.600
Füchse 4.900