Erstellt am 03. Dezember 2011, 14:44

Jakob Auer neuer Bauernbund-Präsident. Nach dem überraschenden Rückzug von Fritz Grillitsch hat der ÖVP-Bauernbund am Samstag den oberösterreichischen Abgeordneten Jakob Auer mit 96,96 Prozent zum neuen Präsidenten gekürt.

Bei einem außerordentlichen Bundesbauernrat in Gunskirchen (Wels-Land) demonstrierte die Volkspartei Einigkeit, Vertreter aller Teilorganisationen waren gekommen.

Auer sicherte den Delegierten "hundertprozentigen Einsatz" zu und erklärte, dass man der ÖVP den Rücken stärken werde. "Als ich mit 28 Bürgermeister wurde, war ich allen zu jung", spielte Auer darauf an, dass er die neue Funktion nun im reifen Alter von 63 Jahren übernimmt. Sein Vater sei 65 gewesen, als die Familie von Tirol nach Oberösterreich übersiedelte. "Da wird diese Aufgabe auch zu bewältigen sein."

Seine Mannschaft sei ausgezeichnet, er werde alle fordern, betonte der Präsident. Er könne, auch über die Parteigrenzen hinweg, durchaus ruhig und gelassen sein. "Ich trete aber nicht an, um einen Harmoniepreis zu gewinnen", sagte Auer und erklärte erneut, dass er kein Übergangskandidat sei. Grillitsch, zu dem er in den vergangenen Tagen mehrfach Kontakt gehabt habe, werde immer sein Freund und Kollege sein.

In seiner Ansprache pochte Auer auf "eine Landwirtschaft in bäuerlicher Hand", die einen Teil der Energie der Zukunft sicherstelle. Die Vorschläge der EU-Kommission zur Agrarreform seien zu hinterfragen. Es brauche eine produzierende und nicht eine stillgelegte Landwirtschaft, kritisierte der neue Bauernbund-Chef "bürokratische Greening-Maßnahmen".

Er sprach sich gegen finanzielle Belastungen aus, den bäuerlichen Familien stehe auch ein Anteil an einer positiven Entwicklung zu. Auer verlangte, in der seit Monaten mit Gesundheitsminister Stöger schwelenden Diskussion um die umstrittenen Kastenstände beim Ferkelschutz nicht auf die Sicherheit der Landwirte zu vergessen. Der Präsident, der Rohstoffspekulationen ablehnt, will auf einen "verstärkten Dialog und Meinungsaustausch" mit allen ÖVP-Teilorganisationen und "Stabilität in schwierigen Zeiten" setzen.