Erstellt am 11. Dezember 2012, 21:05

Jeder Sechste Risikoschüler in Mathematik. Mit den internationalen Volksschul-Vergleichsstudien PIRLS (Lesen) und TIMSS (Mathe, Naturwissenschaften) sowie den ersten nationalen Bildungsstandard-Testungen für Mathematik in der achten Schulstufe hat es das Christkind heuer ganz besonders gut gemeint - die Resultate sind aber meist ähnlich.

Bei allen Erhebungen gibt es in Österreich verhältnismäßig viele "Risikoschüler", die einfachste Aufgaben nicht lösen können. Bei den Standards fällt jeder Sechste in diese Kategorie, im Mathe-Teil von TIMSS fast jeder Dritte.

Bei der vom Bundesinstitut für Bildungsforschung erstmalig durchgeführten Standard-Erhebung bei praktisch allen rund 80.000 Schülern der vierten Klassen AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule fielen 17 Prozent in die niedrigste Kompetenzstufe ("Unter 1"). Bei PIRLS und dem Naturwissenschafts-Teil von TIMSS zählt jeder Fünfte zu den Risikoschülern, beim Mathe-Teil von TIMSS sogar 30 Prozent. Ähnliche Resultate brachte bereits die letzte PISA-Studie, wo je nach Disziplin zwischen 21 (Naturwissenschaften) und 28 Prozent (Lesen) besonders schlechte Leistungen erbrachten. Das ist im internationalen Vergleich jeweils verhältnismäßig viel.

Insgesamt haben 53 Prozent der Schüler bei den Bildungsstandard-Testungen das erwünschte Niveau genau erreicht, 26 Prozent zumindest teilweise und fünf Prozent haben die Standards sogar übertroffen. Lichtblick: Im Gesamtschnitt erreichten die Schüler 535 Punkte und damit um 35 mehr als bei der (stichprobenartig durchgeführten) Ausgangstestung im Jahr 2009, als die Standards verpflichtend neben den Lehrplänen eingeführt wurden.

Zwischen den Bundesländern gibt es nur geringe Unterschiede von bis zu 31 Punkten: An der Spitze landen Oberösterreich (548), Salzburg (545) und Tirol (543), Schlusslichter sind Kärnten (522) und Wien (517). Beim "fairen Vergleich", bei dem das aufgrund von sozialem- und Migrationshintergrund etc. zu erwartende Ergebnis berücksichtigt wurde, schneidet Oberösterreich ebenfalls am besten ab. Besser als erwartbar waren auch die Ergebnisse von Tirol und Salzburg, etwas unter den Erwartungen war das Ergebnis in der Steiermark und im Burgenland, stark darunter in Kärnten.

Unterrichtsministerin Schmied formulierte als Ziel, dass künftig keine Schüler mehr die Standards verfehlen soll. Eine Bestätigung für das Gymnasium sieht ÖVP-Bildungssprecher Amon in den Resultaten, auch sein FPÖ-Pendant Rosenkranz spricht von "besten Argumenten gegen die Gesamtschule". Das BZÖ fordert österreichweit Verbesserungen in der Unterrichtsqualität, die Grünen Qualitätsmanagement an allen Schulen. Für das Team Stronach hat das Bildungssystem versagt.