Erstellt am 01. März 2013, 11:20

Jeder zehnte Student machte keine Prüfung. Fast jeder zehnte Student hat im Vorsemester nach eigenen Angaben keine Prüfung abgelegt bzw. kein Zeugnis erworben. Als Ursache dafür werden berufliche Gründe genannt (40 Prozent).

Den beruflichen Gründen folgen die Arbeit an der Abschlussarbeit (34 Prozent), private Gründen (20 Prozent), Auslandsaufenthalte (13 Prozent) und Trägheit (zwölf Prozent).

Bei den Zahlen müsse man mitbedenken, dass darin nur jene Studenten erfasst wurden, die nach ihrem Semester ohne Leistungsnachweis auch tatsächlich weiter inskribiert waren und ihr Studium nicht abgebrochen haben, so Studienautor Martin Unger vom Institut für Höhere Studien. Dass Studenten keine Prüfungen machen bzw. Zeugnisse erwerben, heißt aber noch nicht, dass sie überhaupt nicht studieren.

Rund die Hälfte der Studenten ohne Leistungsnachweis ist trotzdem studienbezogenen Tätigkeiten nachgegangen - sie haben etwa an ihrer Abschussarbeit gearbeitet, ein Auslandssemester oder Pflichtpraktikum absolviert, für eine große Prüfung gelernt oder die geforderte Prüfung nicht bestanden. Nur vier Prozent waren studientechnisch gesehen absolut untätig.

Wissenschaftsminister Töchterle sieht bei der Studiergeschwindigkeit einen "gewissen Verbesserungsbedarf". Er sei zwar der Meinung, "dass man nicht durch die Universität durchrasen muss mit Scheuklappen - man kann schon auch nach links und rechts schauen". Wenn Studenten aber wegen fehlender Plätze in Lehrveranstaltungen Zeitverluste erlitten, müsse man dies beheben. Er setzt in diesem Zusammenhang auf die Studienplatzfinanzierung. Für die Erhebung wurden im Sommersemester 2011 rund 44.000 Studenten befragt.