Erstellt am 08. Januar 2013, 13:56

Jeder Zweite macht keine berufliche Weiterbildung. In Österreich hat jeder zweite unselbstständig Erwerbstätige in den vergangenen zwei Jahren an keiner beruflichen Weiterbildung am Arbeitsplatz oder außerhalb des Unternehmens teilgenommen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des IMAS-Instituts im Auftrag der Online-Jobplattform monster.at. Zwei Fünftel der Befragten (Sample: 489 Personen) hat kein Interesse an Weiterbildung. "Bedenklich ist, dass gerade in KMUs, die eine tragende Säule der heimischen Wirtschaft darstellen, die Weiterbildung offensichtlich einen geringeren Stellenwert besitzt", so Barbara Riedl-Wiesinger, Geschäftsführerin von Monster Worldwide Austria GmbH am Dienstag vor Journalisten in Wien. Die Ansprüche der Unternehmen und die Ausbildung der Beschäftigten würden bereits deutlich auseinanderklaffen. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen hätten Angst, bei vermehrten Weiterbildungsmaßnahmen gutqualifizierte Mitarbeiter zu verlieren.

Nur 26 Prozent der Beschäftigten von Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern hat in den vergangen zwei Jahren eine Weiterbildung gemacht, während sich 53 Prozent der Arbeitnehmer von Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeiter weitergebildet haben.

Erwerbstätige ohne Weiterbildungsambitionen sehen vor allem keinen unmittelbaren Nutzen im Lebenslangen Lernen: "Weil es nicht notwendig ist" (46 Prozent), "weil ich mit meiner Ausbildung zufrieden bin" (17 Prozent) und "weil ich keine Zeit habe" (12 Prozent) begründen die Befragten ihre Weiterbildungs-Abstinenz.

Deutlich sichtbar ist auch das Bildungsgefälle: Über 60 Prozent der Erwerbstätigen mit einfacher Schulbildung haben an keinen Weiterbildungskursen oder Schulungen teilgenommen, bei Maturanten und Uniabsolventen liegt dieser Wert hingen nur bei 36 Prozent.

Die Anzahl der potenziellen Jobwechsler ist in Österreich weiterhin stabil. Im Vergleich zur vergangenen Befragung im Frühjahr 2012 haben weiterhin ein Fünftel der Erwerbstätigen in den letzten Monaten zumindest einmal an Wechsel des Arbeitsplatzes gedacht. "Während Männer eher das Gehalt als Motiv für den Wechsel angeben, sind Frauen eher aufgrund der fehlenden Anerkennung, des schlechten Betriebsklimas oder der fehlenden Möglichkeit, sich beruflich weiterentwickeln zu können, zum Wechsel geneigt", betonte Riedl-Wiesinger.