Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Jetzt schießt Darabos zurück. WEHRPFLICHT-DEBATTE / Nach der Kritik aus den eigenen Reihen beruft der Verteidigungsminister Generalstabschef Entacher ab.

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VON WOLFGANG MILLENDORFER

In der hitzigen Diskussion um die Abschaffung der Wehrpflicht gibt es jetzt die erste personelle Konsequenz: Generalstabschef Edmund Entacher (im Bild, r.) wurde von Verteidigungsminister Norbert Darabos (l.) nach einer Unterredung am Montag abberufen. Sein Stellvertreter, Generalleutnant Othmar Commenda, wird nun seine Aufgaben übernehmen.

Entacher hatte sich für eine Beibehaltung der Wehrpflicht ausgesprochen. Die Kritik an der Reform bedeutete für Darabos einen „Vertrauensverlust“: Seine Mitarbeiter hätten die Linie der politischen Führung mitzutragen, meint der Minister.

Der Ton in der Wehrpflicht-Debatte war schon davor konstant rauer geworden. Zuletzt forderte die Offiziersgesellschaft Darabos zum Rücktritt auf. Dieser reagierte scharf: Die Offiziersgesellschaft sei „eine private Vereinigung wie der SC Kroatisch Minihof“. Das sei nicht die Meinung im Bundesheer. Und: „Ich hab‘ den Laden im Griff.“

Die aufgeheizte Stimmung hatten auch die politischen Gegner der Wehrpflicht-Abschaffung – ÖVP und FPÖ – für neuerliche und teils heftige Kritik genutzt.

Rückendeckung für seine Pläne bekommt der Verteidigungsminister unter anderem aus dem Burgenland: „Der Wehrdienst-Zwang wird fallen“, prophezeite etwa Landesgeschäftsführer RobertHergovich. Landeshauptmann Hans Niessl ist ebenfalls für ein Aussetzen der Wehrpflicht und das angestrebte Freiwilligen-Modell. Ganz im Gegensatz zur burgenländischen ÖVP, die

von unausgegorenen Reform-Vorhaben spricht

und vor allem auch in Sachen Zivildienst zuletzt große Bedenken angemeldet hat.

FRANZ BALDAUF