Erstellt am 20. Juni 2012, 00:00

Jetzt wehrt sich Mihalits. RECHNUNGSHOF-DIREKTOR / Andreas Mihalits, bestgereihter Kandidat für den begehrten Posten, fühlt sich unfair behandelt.

Bereits im Vorjahr erfuhr die BVZ aus gut informierten Kreisen, dass Andreas Mihalits als aussichtsreichster Name für den Posten des Landesrechnungshof-Direktors gilt. Jetzt sieht ihn die Kandidaten-Reihung des Personalberaters „Arthur Hunt“ tatsächlich an erster Stelle im Rennen um die Nachfolge von Direktor Franz Katzmann.

Wie berichtet, stieg die Opposition nicht nur gegen die Vorgehensweise bei der Kandidatensuche, sondern vor allem auch gegen Mihalits selbst auf die Barrikaden, da dieser einst im Büro von Landeschef Hans Niessl tätig war. Im Gespräch mit der BVZ antwortet Andreas Mihalits nun seinen Kritikern. Seine Qualifikation für den Rechnungshof-Chefsessel, meint er, werde im Zuge der Polit-Debatten ignoriert. „Meine Bewerbung erfüllt alle rechtlichen und formellen Kriterien. Ich bin der Meinung, dass ich in den vergangenen Jahren ausreichend Erfahrung im Bereich der öffentlichen Finanzkontrolle sammeln konnte.“

„Aufgrund von Gerüchten  in Misskredit gebracht“

Noch offen ist indes die von der Opposition verlangte Rechnungshof-Prüfung wegen „nicht ordnungsgemäß abgerechneter Überstunden“. Hier sieht sich Mihalits unfair behandelt und „auf der Basis von Gerüchten in Misskredit gebracht“. Dass er Grün-Mandatar Michel Reimon mit einer Klage gedroht habe, sei nicht auf die Prüfung zurückzuführen – dieser blickt er „gelassen entgegen“ –, sondern auf eine etwaige Rufschädigung.

Der Streit um die Besetzung des Postens geht währenddessen auch auf politischer Ebene in eine neue Runde: Zuletzt präsentierte FPÖ-Chef Hans Tschürtz ein Rechtsgutachten, nach dem die von Landtagspräsident Gerhard Steier (SPÖ) einberufene Anhörung der Kandidaten gegen die Verfassung verstoßen habe.

Steier jedoch sieht seine Vorgehensweise durch ein weiteres Gutachten bestätigt. Während die Opposition eine Neuausschreibung fordert, wird der Landtag laut Steier den neuen Rechnungshof-Direktor wie geplant Ende Juni bestellen.