Erstellt am 19. April 2011, 11:17

Johanna Mikl-Leitner - Kantige Niederösterreicherin folgt Fekter. Auch mit Johanna Mikl-Leitner wird das Innenministerium nicht zum Hort sanfter Töne. Die niederösterreichische Landesrätin gilt wie ihre Vorgängerin im Amt Maria Fekter als tough und hart in Sache und Ton.

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Mikl-Leitner entstammt der niederösterreichischen ÖVP, der sie im Wesentlichen auch ihren Karrieresprung verdankt. Die gebürtige Hollabrunnerin mit Wohnsitz in Klosterneuburg ist ausgebildete Wirtschaftspädagogin. Ihre berufliche Laufbahn begann sie als Lehrerin an der Handelsakademie in Laa/Thaya.

Nach einer kurzen Tätigkeit als Unternehmensberaterin sowie in der Industriellenvereinigung heuerte sie beim Signum-Verlag an, von wo sie unter dem damaligen Landesgeschäftsführer Ernst Strasser als Marketingleiterin in die niederösterreichische Volkspartei wechselte. Ihre Basis in der Partei legte sie sich mit der Organisation der "Initiative für Erwin Pröll" bei der Landtagswahl 1993.

Der Mikl-Leitner-Aufstieg ging weiter voran. 1998 übernahm sie die Landesgeschäftsführung, ein Jahr später wechselte sie nebenbei in den Nationalrat. Zu dieser Zeit wurde sie auch erstmals Mutter, ihr zweites Kind bekam die künftige Innenministerin dann schon als niederösterreichische Landesrätin. Landeshauptmann Erwin Pröll hatte sie 2003 zurück in die Heimat geholt, wo sie unter anderem für Europa- und Familienagenden, zuletzt auch für Soziales zuständig war.

Neben ihrer direkten politischen Tätigkeit ist Mikl-Leitner auch im niederösterreichischen Hilfswerk aktiv, zudem leitet sie das Europaforum Wachau seit über zehn Jahren.

Dass sie in der niederösterreichischen Partei mittlerweile ein echter Machtfaktor ist, zeigte sich zuletzt bei der Kür von Parteichef Josef Pröll, als sie quasi als Vertretung von Landeshauptmann Erwin Pröll zur stellvertretenden Bundesparteiobfrau bestellt wurde - eine Rolle, in der sie freilich praktisch nicht auffiel.

Als Landesrätin leitete Mikl-Leitner ihr Ressort unauffällig bis fehlerlos. Das erwartet ihre Partei wohl auch im heiklen Innenressort von ihr. Auch wenn sie bisher nicht mit Sicherheitsagenden betraut war, hat sie zumindest in einem Innenministeriumsthema schon Ressorterfahrung. Mikl-Leitner ist in Niederösterreich Zuständige für Sektenfragen.