Erstellt am 25. September 2013, 13:14

Junglehrer planen weitere Demo gegen "Sparpaket". Sollte das neue Lehrerdienstrecht so kommen, drohe ein massiver Qualitätsverlust für die Schüler. Davor hat die "Initiative für ein faires LehrerInnendienstrecht" am Mittwoch anlässlich des Endes der Begutachtungsfrist gewarnt.

Bei einer Demo Anfang Oktober wollen die Junglehrer an die künftige Regierung appellieren, den als "Sparpaket" kritisierten Gesetzesentwurf "fundamental zu überarbeiten".

Nicht Mehrarbeit, sondern Qualität als Argument

Es gehe nicht darum, dass Lehrer nicht zu zwei Stunden mehr Arbeit bereit wären, wird von der von der Gewerkschaft unabhängigen, aus Lehramtsstudenten und Junglehrern bestehenden Initiative betont. "Es geht um die Qualität der Bildung unserer Kinder."

Und die sei durch die geplante Reform massiv bedroht - vor allem durch die höhere Unterrichtsverpflichtung, den Einsatz von Lehrern in Gegenständen, für die sie nicht ausgebildet wurden, und die neue Berufseinführung in der Induktionsphase, kritisierte Sprecherin Regina Bösch.

Widerspruch zur von der Politik eingeforderten Individualisierung

Künftig sollen alle Lehrer 24 Stunden in der Klasse stehen. Derzeit sind es an AHS und berufsbildenden mittleren Schulen (BMHS) 20 bis 22, wobei Stunden in betreuungsintensiven Fächern höher bewertet sind, was die Unterrichtsverpflichtung auf bis zu 17 Wochenstunden verringert.

Die Anhebung auf 24 Stunden würde bedeuten, dass Lehrer zusätzliche Klassen und damit deutlich mehr Schüler betreuen müssen - ein Widerspruch zur von der Politik eingeforderten Individualisierung, so Bösch.

Ärger bei Junglehrern über Darstellung durch Regierung

Der Ersatz des derzeitigen Unterrichtspraktikums durch die Induktionsphase werde zur massiven Überforderung junger Lehrer führen, warnte Bösch außerdem.

Verärgert sind die Junglehrer auch über die Darstellung der Regierung, wonach Junglehrer bis 2019/20 zwischen altem und neuem Dienstrecht wählen können. De facto würden nämlich alle, die bis dahin keinen unbefristeten Vertrag haben, zur Umstellung gezwungen - also auch Lehrer, die dann schon fünf Jahre lang mit den üblichen befristeten Ein-Jahres-Verträgen arbeiten oder einen Sondervertrag haben.