Erstellt am 21. März 2011, 13:21

Kaltenegger verteidigt Krisenmanagement. ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger hat Kritik am Krisenmanagement in der "Lobbyisten-Affäre" rund um Ernst Strasser zurückgewiesen. Als Nachfolger favorisiert er EU-Abgeordneten Othmar Karas.

 |  NOEN
Es sei eine ganz glasklare und unmissverständliche Erklärung von Parteichef Josef Pröll vorgenommen worden und "zwar eine Stunde, nachdem die Geschichte öffentlich geworden ist", sagte er am Montag. Strasser sei mittlerweile "alle Funktionen los", jetzt gehe es um die Frage, wer die Delegationsleitung übernimmt. Er persönlich favorisiere EU-Abgeordneten Othmar Karas, sagte Kaltenegger.

Kritik - auch an seiner Person - wies Kaltenegger zurück. "Ich sehe die Vorwürfe ohne Gründe". Dass die ganze Geschichte "sehr unangenehm" sei, "ist unbestritten". In der ÖVP hätten "derartige Umtriebe" jedenfalls keinen Platz, so Kaltenegger. Berichte, wonach Pröll eine Verstärkung in der Parteizentrale plane, seien falsch: Unter anderem verwies Kaltenegger darauf, dass man den "Betrieb sparsam führen" müsse, da man noch einen Teil der letzten Wahlkampfkosten zu finanzieren habe, auch von daher sei an eine Verstärkung nicht zu denken.

Strasser war laut Kaltenegger am Montag dabei, die notwendigen Schritte zur formalen Rücklage seines Mandats zu setzen. Wer ihm als Abgeordneter nachfolgen wird, sei noch nicht entschieden. Man werde sehen, wer von den nächstgereihten Personen sein Mandat annimmt, sagte der VP-Generalsekretär. Hinter Strasser sind Hubert Pirker und Heinz K. Becker die nächsten auf der Liste.

In der Frage der Delegationsleitung wird es am Montagnachmittag ein Gespräch zwischen ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf und Karas geben, so Kaltenegger. Die Wahl des Delegationsleiters werde aber von den Abgeordneten selbst vorgenommen, betonte er. "Wenn sie mich fragen: Ich würde mich sehr freuen, wenn Othmar Karas diese Funktion übernehmen würde", sagte Kaltenegger. Dieser könne mit seiner solch schwierigen Situation am besten umgehen, und sei außerdem "glühender Europäer".

Wiens ÖVP-Chefin Christine Marek spricht sich ebenfalls dafür aus, dass Karas die Delegationsleitung übernimmt. "Das ist für mich die logische Konsequenz", betonte sie. Karas habe das Know-How und sei ein integrer Politiker. Das Vorgehen Strassers bezeichnete sie als "inakzeptabel". Marek zeigte sich zufrieden darüber, dass Pröll ein "Machtwort" gesprochen habe. Kritik, dass dies nicht sofort erfolgt sei, wie sie zurück: Man habe in dem Moment reagiert und die notwendigen Konsequenzen gezogen, als klar geworden sei, was vorgefallen ist, betonte Marek.