Erstellt am 16. November 2011, 19:54

Karas könnte auf Marek an Wiener ÖVP-Spitze folgen. Othmar Karas (53), der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, ist auch diesmal Kandidat für den Wiener ÖVP-Chefposten.

Othmar Karas (53), der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, ist auch diesmal Kandidat für den Wiener ÖVP-Chefposten. Gegenüber dem "Standard" bestätigte er, dass er von der interimistischen Parteichefin Gabriele Tamandl und der Wiener Wirtschaftskammerchefin Brigitte Jank gefragt worden sei, ob er die Funktion übernehmen würde. Karas soll aber Bedingungen stellen.

So soll er laut "Standard"-Informationen volles Durchgriffsrecht bei der Personalauswahl und eine Funktion in der Stadtregierung - also den Posten des nicht amtsführenden Stadtrates - oder sogar in der Bundesregierung verlangen. Außerdem wolle er eine radikale Öffnung der Partei samt der Möglichkeit einer Direktmitgliedschaft nur in Wien und ein Bekenntnis zu einem modernen Pro-Europakurs.

Karas zeigte sich gegenüber dem "Standard"überzeugt, der Wiener Partei neue Perspektiven eröffnen zu können: "Ich habe in Wien bei den EU-Wahlen die Hälfte meiner Vorzugsstimmen bekommen", verweist er auf die Wahl 2009. Damals versuchte er, mittels Vorzugsstimmen - von denen er österreichweit auch mehr als 100.000 einfuhr - den Posten des Delegationsleiters zu ergattern. Den bekam aber zunächst Spitzenkandidat Ernst Strasser; erst nach dessen Rücktritt wegen der Korruptionsaffäre im März d.J. wurde Karas Chef der VP-EU-Delegation. Sollte er Wiener Parteichef werden, würde er sein EU-Mandat aufgeben, denn es sei nicht sinnvoll, die Partei von Brüssel aus zu führen.

Karas war bereits als Kandidat für die Nachfolge von Johannes Hahn - als dieser in die EU-Kommission wechselte - genannt worden. Damals bekam Christine Marek (V) den Posten, den sie im September nach nur eineinhalb Jahren unter Kritik an mangelnder Geschlossenheit der Partei wieder abgab. Die Nachfolge-Frage soll bis Jahresende geklärt werden, erklärte VP-Klubchef Fritz Aichinger vor einer Woche im Interview. Es gebe bereits einen Kreis möglicher Kandidaten, der auf etwa drei Personen eingegrenzt werden solle, unter denen per Abstimmung der künftige Chef ermittelt werden solle.