Erstellt am 20. Februar 2013, 12:54

Karl will keine Ehe für Homosexuelle. Justizministerin Karl hat am Mittwoch im Ö1-"Mittagsjournal" festgehalten: "Es wird keine Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geben."

Mit der eingetragenen Partnerschaft habe man ein "gut funktionierendes Modell": "Ich wüsste nicht, warum wir davon abweichen sollten."

Den Vorwurf, die ÖVP würde bei diesem Thema nur auf Gerichtsurteile reagieren, wies Karl zurück, schließlich habe ihre Partei auch die eingetragene Partnerschaft umgesetzt. Im Mittelpunkt der ÖVP-Familienpolitik stehe aber die Ehe und die bestehe im Idealfall aus Vater, Mutter, Kind. Andere Lebensentwürfe würde man zwar "akzeptieren, aber nicht forcieren".

Karl bekräftigte ihre Ankündigung, das am Dienstag veröffentliche Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg zur Stiefkind-Adoption durch Homosexuelle umzusetzen.

Die Grünen haben am Mittwoch, nach dem Urteil eine Reform des Familienrechts gefordert. So sollte es etwa bei der Adoption eine völlige Gleichstellung zwischen homosexuellen und heterosexuellen Paaren geben. Gefordert sei auch eine moderne Ehe-Definition, erklärte Justizsprecher Albert Steinhauser.

Steinhauser will das EGMR-Urteil zum Anlass für eine generelle Debatte über eine Modernisierung des Familienrechts nehmen. Wird eine Öffnung der Ehe für Homosexuelle diskutiert, brauche es generell eine neue Ehe-Definition.

Frauenministerin Heinisch-Hosek hatte anlässlich des Urteils auf ihre Forderung nach einer absoluten Gleichstellung von Hetero- und Homosexuellen bei Ehe und Adoption gepocht. Die Freiheitlichen erteilten hingegen "Regenbogenträumen" eine Absage und sprachen sich gegen "Experimente am Rücken des Kinderwohls" aus. "Ein Kind braucht Eltern beides Geschlechts", betonte Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller.