Erstellt am 21. August 2011, 12:44

Kein Ansturm von Studienanfängern im Herbst. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) kam bei der Detailauswertung zu den Voranmeldungen zu dem Ergebnis, dass die Situation weit weniger dramatisch sei als seitens der Politik dargestellt.

Demnach gibt es knapp zwei Wochen vor Ende der Frist weniger Voranmeldungen von Studienanfängern als Erstsemestrige im Wintersemester 2010.

Dazu kommt noch, dass in diesen Daten auch die Mehrfach-Voranmeldungen von Interessenten enthalten sind, die sich an mehreren Unis bzw. für mehrere Studien registriert haben. "Die absichtliche Vorschiebung viel zu hoher und falscher Horrorzahlen ist ganz offensichtlich nur ein hinterlistiger Weg der Politik, um nach Zugangsbeschränkungen zu schreien und die Bevölkerung für dumm zu verkaufen", so das ÖH-Vorsitzteam.

Die ÖH stützt sich dabei auf die Angaben von sieben großen Unis. Dabei zeige sich, dass nur ein Teil der Voranmeldungen wirklich neue Studenten betrifft: So sind etwa unter den rund 2.800 Vorangemeldeten an der Uni für Bodenkultur (Boku) nur 1.800 potenzielle Studienanfänger.

Der Rest sind Studenten, die ihr Studium wechseln bzw. sich für den Master vorangemeldet haben. An der Uni Innsbruck sind nur rund 3.800 der 5.500 Vorangemeldeten Erstzugelassene, an der Uni Salzburg sind es rund 1.900 von bisher 2.900 Vorangemeldeten, an der Uni Klagenfurt rund 1.300 von 2.600.

Außerdem gebe es "wenig überraschend" Abweichungen zwischen der Zahl vorangemeldeten Personen und der vorangemeldeten Studien: An der Uni Wien haben sich demnach rund 22.000 Personen für 29.000 Studien vorangemeldet.

Die ÖH rechnet mit einer weiteren Verzerrung der Zahlen aufgrund der Tatsache, dass die Prüfungen in den zugangsbeschränkten Studien wie Publizistik oder Psychologie erst nach Ende der Voranmeldungsfrist stattfinden. Viele könnten sich deshalb für den Fall, dass sie nicht aufgenommen werden, sicherheitshalber auch für andere Fächer vorregistriert haben.