Erstellt am 04. November 2011, 10:29

Kein Plagiat: Hahn behält Doktortitel. Die Dissertation des früheren Wissenschaftsministers und nunmehrigen EU-Kommissars Hahn ist kein Plagiat. Zu diesem Schluss ist die österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) gekommen, die von der Universität Wien mit einem Gutachten beauftragt worden war. Das Ergebnis wurde am Freitag auf der Uni Wien präsentiert.

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme, die u.a. auf dem Gutachten dreier ausländischer Philosophieprofessoren basiert: "Bei der Dissertation von Herrn Dr. Hahn handelt es sich nicht um ein Plagiat. Entsprechend liegt auch kein wissenschaftliches Fehlverhalten vor."

Das Zitieren von Texten anderer Autoren in Hahns Dissertation "Die Perspektiven der Philosophie heute - Dargestellt am Phänomen Stadt" aus dem Jahr 1987 würde zwar nach heutigen allgemein anerkannten Standards "nicht den Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis" entsprechen. Nach 25 Jahren sei aber nicht mehr zu verifizieren, ob die Arbeit damals an der Uni Wien geltenden Standards entsprochen habe.

Die Uni Wien hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem Hahn im Zuge der Plagiatsaffäre um den deutschen Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg erneut beschuldigt worden war, in seiner Doktorarbeit plagiiert zu haben. Bereits 2007 hatte die Uni Wien Teile von Hahns Arbeit durch einen Experten der Uni Zürich prüfen lassen. Schon damals kam der Gutachter zu dem Schluss, dass Hahns Zitierweise zwar "leserunfreundlich", aber "redlich" gewesen sei.