Erstellt am 15. Juni 2011, 00:00

,Keine Insolvenzgefahr‘. GEMEINDESTATISTIK / Die Einnahmen der Gemeinden sind leicht gestiegen, aber auch die Ausgaben. Steindl zeigt sich zufrieden.

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VON DORIS SEEBACHER UND

WOLFGANG MILLENDORFER

Jedes Jahr können sich die 171 Gemeinden des Burgenlandes anhand der Gemeindestatistik ein umfassendes Bild darüber machen, wie ihre eigene Finanzsituation aussieht und dabei auch Vergleiche mit anderen Gemeinden anstellen.

Eine wichtige Kennzahl ist dabei die freie Finanzspitze. „Diese gibt Auskunft darüber, was sich eine Gemeinde noch leisten kann“, so ÖVP-Gemeindereferent Franz Steindl. An der Spitze liegt hier Mattersburg, gefolgt von den Gemeinden Edelstal und Eisenstadt. Im Gegenzug dazu weisen Oberwart, Neusiedl, Schachendorf oder Rust eine negative freie Finanzspitze aus. Was jedoch laut Steindl auch kein Grund zur Besorgnis sei, denn „hier wurde viel investiert“. Und Steindl betont ausdrücklich: „Keine Gemeinde ist insolvenzgefährdet.“ Insgesamt lag die freie Finanzspitze im Vorjahr bei über 22 Millionen Euro – im Vergleich dazu: 2009 betrug sie 18 Millionen, 2008 39 Millionen Euro. Ein großer Brocken ausgabenseitiger Belastung sei laut Steindl der Bereich Sozialhilfe und Pflege. Und auch über Einsparungsmaßnahmen werde zurzeit sehr viel nachgedacht, beispielsweise in der interkommunalen Zusammenarbeit oder auch bei Stromeinsparungsmöglichkeiten bei der Straßenbeleuchtung.

Auch die Überalterung  setzt den Gemeinden zu

Für eine weitere Entlastung der Kommunen tritt Gemeindevertreterverband-Präsident Ernst Schmid ein. Ein Problem der Zukunft sieht er in der demografischen Entwicklung: „Viele Gemeinden – vor allem im Landessüden – leiden vermehrt unter Überalterung und Abwanderung.“ Dieses Thema stand in der Vorwoche auch im Mittelpunkt des Österreichischen Gemeindetages in Kitzbühel. Motto: „Die Alterspyramide kippt – und unsere Gemeinden mit?“

Im Gesundheits- und Sozialbereich – so die Warnung – müsse man künftig gut vorbereitet sein, sonst werde eine „Kostenexplosion“ vielen Gemeinden finanziell zusetzen.

Die Gemeindestatistik wird jährlich erstellt und informiert über die finanzielle Entwicklung.

Schulden:  366 Millionen Euro

Einnahmen:  533 Millionen Euro

Investitionen:  110 Millionen Euro

Gemeinden mit den höchsten Sozialleistungen pro Kopf:

Eisenstadt:  232 Euro

Bad Tatzmannsdorf:  210 Euro

Neutal:  208 Euro

Gemeinden mit der höchsten Finanzspitze:

Mattersburg:  1,251.229 Euro

Edelstal:  905.001 Euro

Eisenstadt:  859.975 Euro

Gemeinden mit negativer freier Finanzspitze:

Oberwart: - 3,541.512 Euro

Neusiedl: - 506.883 Euro

Schachendorf: - 217.211 Euro

Die Freie Finanzspitze zeigt den theoretisch möglichen freien Finanzspielraum, bezogen auf das jeweilige Haushaltsjahr.

SEEBACHER