Erstellt am 27. März 2013, 13:16

"Keine Leistungskürzungen" im Gesundheitswesen. Der designierte Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Josef Probst, zeigt sich überzeugt, dass es zu keinen Leistungskürzungen im Gesundheitswesen kommen wird.

Allerdings existiere ein "durchaus gerütteltes Maß an Effizienzsteigerungspotenzial in Österreich", sagte er am Mittwoch. Probst übernimmt per 1. April von Josef Kandlhofer, der elf Jahre in den Job tätig war.

Angesprochen auf die oberösterreichische Hüftprothesen-Debatte betonte der SPÖ-nahe Probst, dass es dort weder aus der Politik noch aus der Verwaltung Einsparungsaufträge gegeben habe. Ansehen müsse man sich jedoch, wo Leistungen verpuffen, von denen die Menschen nichts hätten. Denn, so Probst: "Es ist unethisch, begrenzte Ressourcen im Gesundheitswesen zu verschwenden." Wenn in Österreich um 50 Prozent über dem europäischen Durchschnitt im Spital gelegen werde, "dann gibt es hier Potenzial".

Als seine Ziele nannte Probst die "kluge und am Menschen orientierte Umsetzung der Gesundheitsreform", die Unterstützung des politischen Ziels "länger Arbeiten in guter Gesundheit" und den Ausbau von e-Health - von der E-Medikation bis zur Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Vor allem den Nutzen für die Bürger stellt er dabei in den Mittelpunkt.

Sein der ÖVP zuzurechnender Vorgänger Kandlhofer, der sich am 31. März in die Pension verabschiedet, erinnerte an die in seiner Amtszeit etablierten Errungenschaften. Nicht zuletzt die E-Card, die zu Beginn bei den Ärzten auf Ablehnung stieß, heute aber nicht mehr wegzudenken sei, hob er hervor.

Generell sei es gelungen, trotz Wirtschaftskrise das Gesundheitswesen zu konsolidieren, es dabei zu keinen Leistungskürzungen kommen zu lassen und die europäische Spitzenposition zu halten. Jahr für Jahr fließe mehr Geld in das System, von 2002 bis 2012 seien die Sozialversicherungsleistungen um 42 Prozent gestiegen. Die Verwaltungsausgaben nahmen dagegen nur um 21 Prozent zu.