Erstellt am 18. Februar 2014, 15:40

Keine schnelle Lösung bei Atomgesprächen erwartet. Wien / Bei den Atomgesprächen in Wien wird keine schnelle Lösung erwartet.

Es handle sich um die ersten Verhandlungen und es gehe zunächst darum, einen Rahmen für einen glatten Gesprächsverlauf zu finden, betonte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Ashton.

Ziel der Verhandlungen ist eine endgültige Einigung über das iranische Atomprogramm.Vertreter der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands (die sogenannten P5+1) trafen am Dienstagvormittag in der Wiener UNO-City mit der iranischen Delegation unter Außenminister Zarif zu ersten Gesprächen zusammen.

Iran wird Bau einer Atombombe vorgeworfen

Bei den Verhandlungen bis Donnerstag, die Ashton im Namen der internationalen Gemeinschaft führt, bemüht man sich um eine endgültige Einigung über das iranische Atomprogramm. Westliche Staaten werfen dem Iran vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies.

Ziel der Wiener Gespräche ist es nach Angaben der EU und des Iran, einen Fahrplan hin zu einer endgültigen Lösung zu finden. Man habe zunächst vor allem besprochen, wie ein glatter Ablauf der weiteren Runde stattfinden könne, sagte Ashtons Sprecher Michael Mann.

"alles tun, um die Gespräche zum Erfolg zu führen"

Der iranische Vize-Außenminister Araqchi lobte nach iranischen Angaben ebenfalls die "guten Gespräche". Nicht diskutieren werde man aber Details außerhalb dem Rahmen der im November geschlossenen vorläufigen Vereinbarung - etwa die iranische Forschung an Mittel- und Langstreckenraketen, die auch Israel erreichen könnten.

Ashton werde "alles tun, um die Gespräche zum Erfolg zu führen", betonte Mann. Er lobte auch die Gastfreundlichkeit Österreichs. Wien sei ein "sehr guter Ort" für die Gespräche. Die Verhandlungen wurden am Dienstagnachmittag in bilateralen Gesprächen fortgesetzt.

Proteste am Tagungsort in Wien

Vor dem Tagungsort protestierten einige Vertreter von "Stop the bomb" gegen das Treffen. Die irankritischen Aktivisten sagten, mit den Verhandlungen hofiere und legitimiere der Westen das Regime in Teheran, das heimlich weiter an einer Bombe baue.

Erstes Treffen seit Übergangslösung im November

Die 5+1 sowie der Iran treffen in Wien erstmals seit der Einigung auf eine Übergangslösung im November aufeinander. Diese sieht vor, dass der Iran im Gegenzug für eine Lockerung der Wirtschaftssanktionen die Uran-Anreicherung auf 20 Prozent stoppt, einige Kontrollen umstrittener Atomeinrichtungen erlaubt und der internationalen Atombehörde IAEA (IAEO) Informationen über Technologien gibt, die nach Befürchtungen zum Bau von Nuklearwaffen verwendet werden können.

Zarif traf am Rande der Gespräche in der Wiener UNO-City auch mit dem Generaldirektor der IAEA, Amano, zusammen. Die UNO-Atombehörde teilte nichts zum Inhalt des Gesprächs mit. Ashtons Sprecher Mann betonte, dass die IAEO "nicht direkt involviert" in die Wiener Atomgespräche sei.

Am Rande der Gespräche traf Zarif auch mit Bundespräsident Fischer zusammen.