Erstellt am 08. Mai 2011, 09:40

Kinderbetreuungskosten: 100 Mio. im Jahr 2009. Beim Steuerausgleich für das Jahr 2009 konnten erstmals Kinderbetreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Bisher wurde der budgetäre Rahmen noch nicht ausgeschöpft: Für das Jahr 2009 wurden bis dato über 100 Millionen Euro geltend gemacht, der Steuerentfall macht rund 35 Millionen Euro aus. Der ÖAAB ortet noch Informationsdefizite.

Beim Steuerausgleich für das Jahr 2009 konnten erstmals Kinderbetreuungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Bisher wurde der budgetäre Rahmen noch nicht ausgeschöpft: Für das Jahr 2009 wurden bis dato über 100 Millionen Euro geltend gemacht, der Steuerentfall macht rund 35 Millionen Euro aus. Der ÖAAB ortet noch Informationsdefizite.

Der mit der Steuerreform ebenfalls eingeführte Kinderfreibetrag (220 Euro bzw. 132 Euro jährlich, wenn ihn beide Elternteile geltend machen) führte zu einem Steuerentgang von rund 65 Mio. Euro (rund 180 Mio. Euro wurden geltend gemacht). Budgetiert gewesen sind für die beiden Maßnahmen jeweils rund 167 Mio. Euro. Im Finanzministerium rechnet man damit, dass die Summen noch steigen werden. Bei den Zahlen handelt es sich nämlich um eine Zwischensumme, weil die Steuererklärung ja bis zu fünf Jahre rückwirkend gemacht werden kann. Zahlen für das Jahr 2010 liegen noch nicht vor.

Absetzbar sind Ausgaben für Kinderbetreuung bis zu einem Maximalbetrag von 2.300 Euro pro Kalenderjahr und Kind. Bedingungen: Das Kind hat zu Beginn des Kalenderjahres das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet und wird professionell betreut. Letzteres bedeutet etwa die Betreuung in einem Kindergarten oder durch eine pädagogisch qualifizierte Person. Als pädagogisch qualifiziert gilt laut "help.gv.at", wer mindestens 16 Jahre alt ist und eine Schulung im Mindestausmaß von 16 Stunden (16-Jährige bis 21-Jährige) bzw. acht Stunden (über 21-Jährige) nachweisen kann. Abgesetzt werden können also auch Zahlungen an Großeltern mit entsprechender Ausbildung.

Für den ÖAAB zeigen die Zahlen, dass mehr Information notwendig ist. Der budgetäre Rahmen von jeweils rund 167 Mio. Euro ist ja für 2009 bisher bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Maßnahmen seien offensichtlich noch "Spezialwissen", sollten aber ins "Allgemeinwissen"über Möglichkeiten für Familien übergehen, erklärte ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl gegenüber der APA.