Erstellt am 20. Februar 2014, 14:47

Kindergarten: Sprachförderung schwer möglich. Gezielte Unterstützung von Vierjährigen mit Sprachproblemen ist derzeit im Kindergarten schwer möglich.

Das beklagt die Elementarpädagogen-Plattform EduCare. Die Pädagogen begrüßen zwar prinzipiell den Plan der Regierung, solche Kinder durch ein zweites Pflichtkindergartenjahr zu fördern. Aber: "Gezielte Sprachförderung im Kindergarten scheitert an den fehlenden Rahmenbedingungen."

Pädagogen werden Zusatzaufgaben "zugeschoben"

Es gebe zwar seit 2010 einen "Bildungsplan für elementare Bildungseinrichtungen", der zudem weit mehr als nur Sprachförderung enthält. Allerdings seien Kindergartenpädagogen in den vergangenen Jahren immer mehr Zusatzaufgaben "zugeschoben" worden, ohne die dafür nötigen Bedingungen zu schaffen, kritisierte die Organisation am Donnerstag. In der Praxis sei eine Pädagogin meist für bis zu 25 Kinder zuständig und solle dabei Entwicklungsdefizite, Begabungen und Potenziale erkennen bzw. darauf mit den entsprechenden pädagogischen Maßnahmen reagieren.

Von der Politik fühlen sich die Elementarpädagogen "im Regen stehen gelassen", warnen sie aber gleichzeitig davor davon auszugehen, "dass die braven 'Kindergartentanten' weiterhin alles umsetzen, was ihnen aufgetragen wird". Es gebe immer weniger Berufsanfänger und immer mehr Krankenstände bei engagierten Pädagogen.

Kindergärten sollen Bundeskompetenz werden

Die Plattform fordert, dass Kindergärten Bundeskompetenz werden (derzeit: Ländern und Gemeinden), was auch die Zusammenarbeit mit Volksschullehrern und damit den Übertritt in die Schule erleichtern würde.

Durch ein generelles Gratis-Angebot - derzeit ist der Kindergarten für Null- bis Vierjährige nicht flächendeckend kostenlos - bräuchte es außerdem keine Verpflichtung zum Kindergartenbesuch.