Erstellt am 11. Oktober 2012, 13:41

Kirche lobt neues Familienrechtspaket. Die Reaktionen zum am Mittwoch präsentierten Familienrechtspaket sind auch am Donnerstag gemischt ausgefallen. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng sprach von einem "lobenswerten Signal in die richtige Richtung".

 |  NOEN, KATHBILD

Während die Kirche, die Sozialdemokratische Lesben, Schwule und Transgender Organisation und die Österreichische Plattform für Alleinerziehende die Gesetzesänderung begrüßten, sahen die Wiener Frauenhäuser die richterliche Anordnung der gemeinsamen Obsorge im Streitfall kritisch.

Als ein "lobenswertes Signal in die richtige Richtung", bezeichnete St. Pöltens Bischof Klaus Küng die Einigung der Regierung auf ein neues Familienrecht. Er betonte, dass Kinder in Krisensituationen oft am meisten leiden "und ein Recht auf Mutter und Vater haben." Für die SoHo bringt die Gesetzesänderung "deutliche Verbesserungen für Patchwork- und Regenbogenfamilien." Die Alleinerziehenden sehen ihre Forderungen zu einer "verantworteten Elternschaft" im Gesetzesentwurf großteils erfüllt.

Von Frauen- und Männer-Vertretern kam Kritik. Die Geschäftsführerin der Wiener Frauenhäuser, Andrea Brem, zweifelt an der im Gesetz vorgesehenen richterliche Anordnung der gemeinsamen Obsorge im Streitfall: "Dort, wo Eltern streiten, glaube ich einfach nach wie vor nicht, dass das mittels gerichtlicher Anordnung besser funktionieren wird", sagte sie. Der Verein "Vaterverbot" bezeichnete das Familienrecht in einer Presseaussendung gar als "Verhöhnung aller Väter." Enttäuscht äußerte sich auch die Männerpartei in den "Vorarlberger Nachrichten": Das neue Familienrecht sei "eine Mogelpackung zur Behübschung der fortgesetzten Männerdiskriminierung."