Erstellt am 07. September 2011, 00:00

Kittsee gegen Hainburg. RECHNUNGSHOF-KRITIK / An der mangelnden Kooperation der nahe beieinanderliegenden Krankenhäuser gibt es Kritik.

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VON MARTIN GEBHART UND DORIS SEEBACHER

Immer wieder gab es den politischen Vorsatz, die Kooperationen zwischen den Kliniken Hainburg und Kittsee zu forcieren. Im Jahr 2003 wurde sogar eine Vereinbarung unterzeichnet. In der Realität führen die beiden Spitäler diesseits und jenseits der Bundesländergrenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland weiter ihre Eigenleben. Was nun erneut zur Kritik des Rechnungshofes (RH) geführt hat. Tenor: „Die Gespräche bezüglich einer intensiveren länderübergreifenden Kooperation sollten wieder aufgenommen werden.“ Unzufrieden ist der Rechnungshof vor allem deshalb, weil nach der Kooperationsvereinbarung im Jahr 2003 im medizinischen Bereich keine konkreten Maßnahmen folgten. So ziehen sich die Doppelgleisigkeiten von der Internen über die Chirurgie, die Radiologie bis hin zum Verwaltungspersonal.

KRAGES: „Kooperationen  laufen auf informellem Weg“

„Unser Haus wirtschaftet gut“, so Hannes Frech, Geschäftsführer der KRAGES, der Burgenländischen Krankenanstalten-GesmbH. Es gebe eine Zusammenarbeit auf informellem Weg. Wie diese aussehe? „Patienten für die Unfallchirurgie und für die gynäkologische Abteilung werden nach Hainburg geschickt. Hainburg schickt uns dafür Patienten für die Urologie oder für große Operationen“, nennt Frech nur einige Beispiele für eine funktionierende Symbiose. Gespräche mit Niederösterreich werde man gerne wieder aufnehmen: „Es muss für uns jedoch ein weiterer Vorteil herauskommen“, so Frech.

Gesundheitslandesrat Peter Rezar zeigt sich erfreut über den aktuellen Rechnungshofbericht. „Die Ergebnisse belegen, dass Kittsee besser geführt wird als Hainburg“, so Rezar. Trotzdem werde man sich in Zukunft Kooperationen mit anderen Krankenhäusern nicht verschließen. Die Empfehlungen des Rechnungshofes: Langfristig sollte eine Leistungskonzentration angestrebt werden. Vor allem die begonnene Kooperation im Chirurgiebereich sollte ausgebaut werden.