Erstellt am 15. März 2012, 13:06

Koalition weiter uneins über Neue Mittelschule. Neuer Streit um die Neue Mittelschule (NMS). Schuld ist ein Appell von Unterrichtsministerin Schmied an die AHS, künftig wie NMS auf Zeugnisnoten als Aufnahmekriterium zu verzichten.

Dadurch hätten auch die Gymnasien Anspruch auf Zusatzlehrer. Für VP-Bildungssprecher Amon ist mit dem Ersatz der Hauptschulen durch NMS bei Beibehaltung der AHS "die Debatte über die Organisationsform beendet".

Dass die SPÖ die Neue Mittelschule lediglich als Zwischenschritt zur lange geforderten gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen versteht, ist bekannt. Amon zeigte sich über den Vorstoß Schmieds in den "Salzburger Nachrichten" dennoch "überrascht".

Schmied hatte im "SN"-Gespräch die gemeinsame Schule erneut als "politisches Ziel" bekräftigt. Entsprechend ihrer "angebotsorientierten Schulpolitik" könnten Eltern entscheiden und "je besser sich die NMS entwickeln, desto eher wird die Entscheidung in diese Richtung gehen". Die NMS wird mit Herbst 2012 zur Regelschule und soll bis 2018/19 alle Hauptschulen ersetzen. Davon, "das System für Gymnasien zu ändern", hält Amon getreu der VP-Linie jedoch nichts. "Die AHS sind eine bewährte und erfolgreiche Schulform, die einen klaren Auftrag hat: die Schülerinnen und Schüler in einem achtjährigen Bildungskontinuum auf eine tertiäre Ausbildung vorzubereiten."

Auch vor einem "Neidkomplex um Ressourcen" warnt Amon. Andere Schulformen würden trotz zusätzlicher Mittel für die NMS nicht weniger Ressourcen erhalten. Hintergrund: Das Unterrichtsministerium will für pädagogische Maßnahmen wie Team Teaching in Deutsch, Mathematik und lebender Fremdsprache (meist Englisch) pro NMS-Schüler und Jahr 1.000 Euro zur Verfügung stellen. Das werde notwendig, weil im innerlich differenzierten Unterricht dann mehr und weniger begabte Schüler sitzen.

Auf mehr Gegenliebe stößt Schmieds erneuter Vorstoß erwartungsgemäß bei den Grünen. "Wenn auch SchülerInnen ohne AHS-Reife ins Gymnasium dürften, wäre das zumindest ein Schrittchen in die richtige Richtung, nämlich in Richtung gemeinsamer Schule aller 10-14-Jährigen", so Bildungssprecher Harald Walser.