Erstellt am 11. November 2013, 13:48

Koalitionspoker um künftige Schulformen. Gestern, Sonntag, sind die Koalitionsverhandler beim wohl umstrittensten Punkt des Bildungskapitels angekommen.

In einer erneut viele Stunden langen Sitzung unter den Verhandlungsführern Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Wilfried Haslauer (ÖVP) ging es darum, welche Schulform(en) es künftig für Zehn- bis 14-Jährige geben soll. Während die SPÖ sich weiter die Gesamtschule wünscht, ist die ÖVP-Linie eine Beibehaltung des differenzierten Schulwesens mit AHS und Neuer Mittelschule (NMS). Dabei dürfte es vor allem ein Abstecken der bekannten ideologischen Positionen gegeben haben. Wege der Annäherung gebe es dennoch, wird betont.

Als mögliches Szenario gilt Haslauers Vorschlag, die Neue Mittelschule (NMS) als aufgewertete Version der Hauptschule zur Regelschule der Zehn- bis 14-Jährigen zu machen und gleichzeitig die Zahl der AHS zu reduzieren. Die achtjährige AHS-Langform soll es demnach nur noch an Standorten mit Spezialisierung geben. Eine kolportierte mögliche Variante, wieder Aufnahmsprüfungen an den (dann zahlenmäßig reduzierten) AHS einzuführen, sorgt seit Bekanntwerden für Protest bei SPÖ-, FPÖ und Grünen-Politikern, bei Schüler- und Elternvertretern. In den Verhandlungen selbst war es allerdings noch kein Thema.

Die Verhandlungen zum Bildungsthema werden entlang der Bildungskarriere von null bis 18 Jahren geführt, parallel dazu werden Querschnittsthemen wie Schulautonomie und ganztägige Schulformen behandelt. Relativ einig sind sich SPÖ und ÖVP bereits bei der Frühkindpädagogik, wo schon an konkreten Formulierungen gearbeitet wird. Auch bei der ganztägigen Betreuung gab es schon Annäherung. Fix paktiert ist allerdings noch nichts. Beim kommenden Termin soll die Altersgruppe zehn bis 14 Jahre erneut auf der Agenda stehen.