Erstellt am 31. Mai 2015, 16:31

von APA Red

Kölly mit "Joint Venture" zum Erfolg. Manfred Köllys "Joint Venture" aus Liste Burgenland und Team Stronach scheint die Bewährungsprobe bei der Burgenland-Wahl bestanden zu haben.

Der Spitzenkandidat der Bündnis Liste Burgenland (LBL) - Manfred Kölly mit Gattin Edeltraud in Deutschkreutz.  |  NOEN, APA/Robert Jäger
Mit dem Bündnis Liste Burgenland (LBL) wird der Deutschkreutzer Ortschef nun auch weiter im Landtag sitzen. Einen Wermutstropfen für den 60-Jährigen könnte es geben, falls er eine weitere Legislaturperiode als "Einzelkämpfer" im Landtag ausharren muss.

Durststrecke nach Landtagswahl 2005

Manfred Kölly wurde am 21. Juli 1954 in Deutschkreutz im Mittelburgenland geboren. Nach der Hauptschule machte er eine kaufmännische Lehre und war mehr als drei Jahrzehnte Prokurist bei einer Eisen- und Baustoffhandlung. Den Job gab er nach seiner Kür zum FPÖ-Klubchef auf. 2005 machte er sich als Unternehmer selbstständig.

Politische Erfahrungen sammelte Kölly in den 1990er-Jahren bei einer Namensliste. Nachdem ihn Jörg Haider für die Freiheitlichen begeistert hatte, kam er nach der Wahl 2000 in den Landtag. 2002 entthronte er den amtierenden Deutschkreutzer SPÖ-Ortschef. Von 1994 bis 2004 war er außerdem FPÖ-Mandatar in der Arbeiterkammer Burgenland.

Mit der Landtagswahl 2005 begann für ihn politisch eine Durststrecke: Nachdem die Freiheitlichen im Landtag halbiert worden waren, musste er seinen Sitz räumen und ging auch bei der Nationalratswahl 2006 als Spitzenkandidat im Burgenland knapp leer aus.

Das Bekanntwerden eines von ihm unterschriebenen vertraulichen Papiers über eine rot-blaue Zusammenarbeit wurde Kölly bei den Freiheitlichen zum Verhängnis: Bundesparteichef Heinz-Christian Strache warf ihn umgehend aus der FPÖ.

Mit Rauter FBL gegründet, mit LBL durchgestartet

Doch Kölly warf die Flinte nicht ins Korn und gründete mit dem nach Differenzen ebenfalls aus der FPÖ ausgeschiedenen Ex-Landesparteichef Wolfgang Rauter die Freie Bürgerliste (FBL), die sich später in Liste Burgenland (LBL) umbenannte. Trotz FPÖ-Ausschluss fuhr Kölly bei der Bürgermeisterwahl in Deutschkreutz mit 60,6 Prozent einen klaren Wahlsieg ein. Landesweit erreichte die neue Gruppierung damals bei der Gemeinderatswahl auf Anhieb 30 Mandate.

Mit der LBL gelang es Kölly 2010, exakt vier Prozent zu erreichen und auf die Wählerstimme genau in den Landtag einzuziehen. Im Landesparlament ließ er sich in seiner Einzelkämpferrolle nicht entmutigen. Auf Landesebene liebäugelte die LBL schon seit Jahren mit einer aus mehreren Parteien gebildeten Wahlplattform.

Doch von Kölly und Rauter ausgesprochene Einladungen verhallten ungehört, bis schließlich rechtzeitig vor dem kommenden Urnengang das Team Stronach an Bord kam. Aus der Liste Burgenland wurde das Bündnis Liste Burgenland (ebenfalls mit der Abkürzung LBL, Anm.).

Kölly ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Privat ist er unter anderem im Sportverein sowie im Tourismus engagiert. Für Abwechslung im Hause Kölly sorgen auch drei Alpakas und einige Oldtimertraktoren, denen eine weitere Leidenschaft gilt. Während andere Hobbys in Wahlkampfzeiten zurückgeschraubt werden mussten, hat er auf ausgiebige Spaziergänge - mit Hündin Niki marschiert Kölly mehrere Kilometer - nicht verzichtet.