Erstellt am 13. Januar 2012, 12:48

Kommunalwahl bringt mehr Frauen-Power. Im Burgenland haben die Vorbereitungen auf die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am 7. Oktober 2012 begonnen. Abseits unterschiedlicher politischer Auffassungen zeigen sich über Parteigrenzen hinweg auch Gemeinsamkeiten:

 |  NOEN, www.BilderBox.com
So wünschen sich SPÖ und ÖVP mehr Frauen als Mandatarinnen in der Kommunalpolitik. Die Grünen haben bereits die Geschlechterparität in ihren Satzungen verankert. Weibliches Engagement wird auch bei den Freiheitlichen und der Liste Burgenland begrüßt, mit dem Hinweis, dass man einer Quotenregelung skeptisch bis ablehnend gegenüber stehe.

Wenn sich die Zielvorgaben der Parteien erfüllen, dann wird sich die Frauen-Power in den Gemeindestuben verstärken. Bürgermeisterinnen - momentan sind es acht, bis zur Wahl soll noch eine dazukommen - stellt im Burgenland derzeit allein die SPÖ. Dazu kommen acht Vizebürgermeisterinnen, so Landesgeschäftsführer Robert Hergovich. Für die Sozialdemokraten mit insgesamt 1.546 Mandaten sind 325 Frauen in Gemeinderäten vertreten. Mindestens hundert neue Mandatarinnen sollen im Oktober dazukommen, hat Frauenchefin Landesrätin Verena Dunst als Ziel formuliert. Landeshauptmann und Landesparteiobmann Hans Niessl wünscht sich bei den Bürgermeisterinnen "den Einser und eine Null".

Die ÖVP hat elf Vizebürgermeisterinnen - die einzige VP-Bürgermeisterin, Andrea Fraunschiel, gab ihr Amt als Eisenstädter Stadtchefin im November 2011 ab - und stellt bei insgesamt 1.378 Mandaten 229 Gemeinderätinnen. Der Frauenanteil bei den VP-Mandataren liege derzeit bei knapp einem Fünftel. "Das ist uns natürlich zu wenig", sagte Landesgeschäftsführer Christian Sagartz. So gut man mit rund 30 Prozent bei den Unter-35-Jährigen Mandataren aufgestellt sei, so wenig erfreulich sei der Anteil bei den Frauen. Die Kommunalakademie habe deshalb mit den ÖVP-Frauen gemeinsam eine Offensive gestartet.

Die Freiheitlichen verfügen aktuell über 53 Mandate, ihre einzige Gemeinderätin befindet sich in Gols. Für die Bürgermeisterwahl werde es voraussichtlich in Mühlgraben im Bezirk Jennersdorf eine freiheitliche Spitzenkandidatin geben. Es seien jedoch noch keine Listen beschlossen, teilte Landesparteisekretär Geza Molnar mit. "Ob Ilse Benkö (die Stellvertreterin von Landesparteiobmann Johann Tschürtz, Anm.) in Oberwart antreten wird, ist noch nicht fix. Das liegt aber im Bereich des Möglichen", meinte Molnar. "Wir treten bei der Suche nach Kandidaten an Männer und Frauen gleichermaßen heran. Eine Quotenregelung oder dergleichen gibt es bei uns nicht", hielt der Landesparteisekretär fest.

20 Gemeinderäte, davon neun Frauen, stellen derzeit die Grünen. "Es ist im Statut festgehalten, dass wir einen 50-Prozent-Frauenanteil haben, erläuterte Landesgeschäftsführerin Regina Petrik. Bei der Kommunalwahl werde sowohl neue Gruppen - etwa in Pöttsching mit einer Frau an der Spitze - als auch länger bestehende, die derzeit im Gemeinderat sind - zum Beispiel in Trausdorf und Neufeld - kandidieren.

Von den 30 Gemeinderatsmandaten der Liste Burgenland (LBL, sie trat bei der Wahl 2007 noch als "Freie Bürgerliste (FBL) an, Anm.) werden 18 - das sind 60 Prozent - von Frauen ausgeübt. "Ich halte nichts von einer Frauenquote. Wenn eine Frau gut ist und sich für das Amt zur Verfügung stellt, ist uns das sehr recht", meinte Manfred Kölly, Präsident der LBL und Ortschef von Deutschkreutz.

Beim BZÖ ist noch nicht entschieden, in welchen Gemeinden man bei der Kommunalwahl antritt. "Es gibt bei uns Frauen, die sich aktiv einbringen wollen", sagte Landesgeschäftsführer Dieter Herist.