Erstellt am 15. Juli 2015, 06:41

von Bettina Eder

Kontrolle: Hart an der Grenze. Wirtschaftskammer Burgenland kämpft für mehr Fairness für die Wirtschaft. Finanzpolizei kontrollierte 450 Fahrzeuge, 90 Feststellungen wurden vor Ort getroffen.

Lokalaugenschein. Spartenobmann Franz Rumpolt, Finanzpolizei-Chef Wilfried Lehner, Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil und WK-Präsident Peter Nemeth (v.l.). Foto: Eder  |  NOEN, Bettina Eder/Werner Müllner
„Es handelt sich nicht um Grenzkontrollen, sondern um grenznahe Kontrollen“, mühte sich Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil anlässlich der Aufregung um die Tage zuvor abgesagten „indirekten Grenzkontrollen“ zu präzisieren.



Diese wurden von Sicherheitslandesrat Hans Tschürtz (FPÖ) angekündigt und seitens der Polizei nur Minuten darauf wieder gestrichen. Mit der Wirtschaftskammer und der Finanzpolizei traf man sich nun direkt an der ehemaligen Grenzstation – zum Lokalaugenschein zum Missbrauch im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr.

An vier Grenzübertritten wurden dabei Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Denn, so Wirtschaftskammer-Burgenland-Präsident Peter Nemeth, „viele fahren über die Grenze, um Schattenwirtschaft zu betreiben“.

Bisher etwa 450 Betriebe kontrolliert

Finanzpolizei-Leiter Wilfried Lehner stellte dazu fest: „Leider wurden unsere unangenehmen Erwartungen übertroffen.“ Bisher habe man etwa 450 Betriebe kontrollieren können, so Lehner. 90 sogenannte Feststellungen konnte man vor Ort treffen, 120 weitere bei Nachkontrollen: „Allein der heutige Tag hat wieder gezeigt, dass wir jetzt in etwa 110 Dienstnehmer kontrollieren konnten.“

Generell gebe es eine „dramatisch ansteigende Anzahl von Entsendungen und Arbeitskräfteüberlassungen“, so Lehner. Er ergänzt: „Wir haben vom Jahr 2010 mit 26.000 Entsendungen jetzt eine Steigerung bis zum Jahr 2014 mit 114.000 Entsendungen – und das ist nur der legal gemeldete Teil.“