Erstellt am 27. März 2012, 11:49

Korruption: ÖVP-Politiker weiter unter Beschuss. Dass die ÖVP-Abgeordnete Karin Hakl ihre Funktion als Telekomsprecherin zurücklegen wird, erscheint wahrscheinlich. ÖVP-Obmann Spindelegger und Klubobmann Kopf verwiesen zunächst aber auf das noch ausstehende Gespräch zwischen Kopf und Hakl im Laufe des Tages. Auch die Diskussion um umstrittene Jagdausflüge des Tiroler Landeshauptmannes Platter gingen weiter.

Dass die ÖVP-Abgeordnete Karin Hakl ihre Funktion als Telekomsprecherin zurücklegen wird, erscheint wahrscheinlich. ÖVP-Obmann Spindelegger und Klubobmann Kopf verwiesen zunächst aber auf das noch ausstehende Gespräch zwischen Kopf und Hakl im Laufe des Tages. Auch die Diskussion um umstrittene Jagdausflüge des Tiroler Landeshauptmannes Platter gingen weiter.

ÖVP-Wirtschaftsminister Mitterlehner legte Hakl mittlerweile nahe, ihre Funktion zurückzulegen. Es sei sinnvoll, dass bei solchen Verdachtslagen "Ruhe entsteht", um die Vorwürfe zu klären, meinte Mitterlehner. Spindelegger und Kopf waren weniger deutlich und wollten zunächst den Ausgang des Gesprächs von Hakl mit Kopf abwarten. Im Raum steht eine Wahlkampffinanzierung für Hakl im Jahr 2008 durch Peter Hocheggers Valora. Hakl versichert, dass diese Vorwürfe haltlos seien. Kopf meinte, es gebe derzeit "zwei Versionen der Geschichte".

Platter, der Hakl ebenfalls nahegelegt hatte, als Telekomsprecherin zurückzutreten, sieht sich selber Vorwürfen gegen über. Die Aufregung über die Jagdausflüge des Landeshauptmanns Platter auf Einladung von Unternehmern und Promigastronomen - findet man in der ÖVP allerdings "maßlos übertrieben", wie es Mitterlehner formulierte. Dass der Landeshauptmann von Tirol jagen oder bergsteigen gehe, sei ja wohl nichts Ungewöhnliches, meinte er sinngemäß. Spindelegger sieht das genauso: Es sei doch klar, dass der Landeschef "gerade in Tirol auch bei Jagdeinladungen präsent ist. Das ist an sich nichts Schlechtes".

Der Tiroler Landtags-Oppositionsführer Dinkhauser sieht das ander und hat am Dienstag Neuwahlen gefordert. "Das, was helfen würde, wäre ein Ehrensalut und der politische Abgang", sagte der Chef des Bürgerforum Tirol - Liste Fritz am Dienstag in Innsbruck. Auch Landtagsabgeordneter und FPÖ-Klubobmann Gerald Hauser forderte mehr politische Sauberkeit. Der Tiroler ÖGB-Vorsitzende Otto Leist verlangte mehr Transparenz, damit die Politik nicht zur "Muppet Show im Jägergewand" mutiere.