Erstellt am 16. März 2012, 16:00

Korruption verursacht 2012 Schaden von 27 Mrd. EUR. Korruption steht in Österreich immer noch auf der Tagesordnung und nimmt sogar zu, sagen Experten. Bestechung und Vorteilsannahme fügen der heimischen Wirtschaft 2012 voraussichtlich einen Schaden in Höhe von 27 Mrd. Euro zu - im Vorjahr belief sich der Wert auf 26 Mrd. Euro, geht aus einer Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität Linz hervor.

Ein Anstieg des Korruptionsindexes um einen Indexpunkt reduziere das Wachstum in OECD-Ländern um 1,25 Prozentpunkte. Der Abbau der Steuerbelastung und die Verbesserung des institutionellen Umfeldes könnten Korruption und Schwarzarbeit eindämmen.

Dem Index CPI zufolge, den die Organisation Transparency International erstellt, verstärkte sich der Fluss von Schmiergeldern hierzulande im abgelaufenen Jahr von 7,9 auf 7,8 Indexpunkte und wird dies auch heuer weiter tun (7,7 Punkte). "Je höher der Index desto geringer die Korruption", erklärt Schneider. Österreich rangierte dem jüngsten veröffentlichten Korruptionsindex zufolge im Vorjahr auf Platz 16 der am wenigsten korrupten Staaten weltweit - nach Platz 15 im Jahr davor.

Gäbe es keine Korruption, wäre das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 um 26 Mrd. Euro höher gewesen. "Gelänge es, die Korruption in Österreich auf das Ausmaß in der Schweiz 2011 zu reduzieren (CPI-Index: 8,8, Rang 8), dann könnte der volkswirtschaftliche Schaden für Österreich um 6 Mrd. Euro verringert werden", hält Schneider fest.

Eine wesentliche Ursache des Schadens infolge von Korruption ist der Studie zufolge vor allem die verminderte Produktivität der Volkswirtschaft. Viele Firmen scheiden aus, die wegen der Bestechungsaktivitäten ihrer Konkurrenten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge nicht zum Zug kommen. Eine weitere Folge sind geringere Investitionen und ein geringeres Wachstum der Volkswirtschaft. Korruption verringert auch die Steuereinnahmen.