Erstellt am 19. Juni 2013, 14:08

KPÖ im Burgenland mit neuem Führungsduo. Nach über 20 Jahren hat sich die KPÖ im Burgenland formell neu konstituiert. Rudolf Gabriel und Dagmar Schindler, die bereits am 7. Juni einstimmig zu Landessprechern gewählten wurden, präsentierten am Mittwoch in Eisenstadt ihre Pläne.

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"Das erste Ziel ist natürlich, dass wir die Parteigruppe hier im nördlichen Burgenland festigen wollen", erklärte Gabriel. Zudem werde angestrebt, auch im Südburgenland eine eigene, lebensfähige KPÖ zu etablieren.

Gabriel ist gebürtiger Oberösterreicher, absolvierte in Wien ein Medizinstudium und ist als Allgemeinmediziner tätig. Seit 2010 gehört er dem KPÖ-Bundesvorstand an. Schindler hat eine kaufmännische Ausbildung und war früher im Bankwesen beschäftigt. Seit 2011 arbeitet sie in der Flüchtlingsbetreuung. Beide Landessprecher wurden 1968 geboren. Die Wahl bei der Landeskonferenz war einstimmig erfolgt. Als "kleine, aber aktive Gruppe" - die Mitgliederzahl bewege sich laut Schindler "derzeit im zweistelligen Bereich" - wolle man sich besonders für die Jugend und im Sozialbereich engagieren.

"Im Burgenland fehlt unserer Ansicht nach eine deutliche Stimme für Sozialpolitik", erklärte Schindler. In den vergangen Jahren sei es gerade in diesem Bereich zu Kürzungen gekommen, die Auflagen für die bedarfsorientierte Mindestsicherung würden immer höher.

Weitere Anliegen betreffen den Öffentlichen Verkehr und die Gesundheitspolitik. In Österreich entwickle sich die Situation "immer mehr zu einem Mehrklassensystem hin", so Gabriel.

"Was uns ganz wichtig ist, ist der Auf- und der Ausbau einer aktiven linken Bewegung im Burgenland", meinte Schindler. Man wolle auch Ansprechpartner für Frauenthemen sein: "Der 8. März wird bei uns nicht in Form einer Modenschau oder eines Kaffeekränzchens stattfinden", erklärte die Landessprecherin.

Auch innerhalb der Arbeiterbewegung wolle man "eine linke Alternative anbieten, die zum Beispiel nicht unkommentiert hinnehmen wird, dass uns Kollektivvertragsabschlüsse der Gewerkschaft als deutlicher Erfolg verkauft werden, die in Wirklichkeit aber einen Reallohnverlust darstellen."

Den Einzug in den Nationalrat bei der Wahl im September - 2008 erreichte die KPÖ auf Bundesebene 0,8 Prozent der Stimmen - halten Gabriel und Schindler für möglich: "Wenn sich die Leute wirklich einmal mit unseren Themen auseinandersetzen", fügte Schindler hinzu.