Erstellt am 19. November 2014, 06:17

von Wolfgang Millendorfer

Entlastung für Ärzte. Überstunden an der Tagesordnung. Jetzt hat man sich auf neue Arbeitszeiten ohne Lohnkürzungen geeinigt.

Ärztekammer-Präsident Michael Lang ist zufrieden. Foto: ZVG  |  NOEN, zVg
Bis zu 72 Wochenstunden arbeiten Spitalsärzte im Extremfall, und oftmals mehr als 25 Stunden am Stück. Während so mancher Mediziner unter der Belastung stöhnt, soll das neue Arbeitszeitgesetz ab 2015 Abhilfe schaffen.

Arbeitszeit wird schrittweise reduziert

Die Verhandlungen zwischen Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES) und Ärztekammer wurden nun für beide Seiten zufriedenstellend abgeschlossen. Auch, weil die befürchteten Lohnkürzungen von bis zu 28 Prozent vom Land ausgeglichen werden, bis ein neues Gehalt ausverhandelt ist.

Die wöchentliche Arbeitszeit in den Spitälern wird bis zum Jahr 2020 schrittweise auf 48 Stunden reduziert.

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Zum einen wird damit bundesweit eine mögliche Klage vor dem Europäischen Gerichtshof abgewendet; zum anderen „müssen die Patienten nicht mehr befürchten, von einem übermüdeten Arzt behandelt zu werden“, so SPÖ-Gesundheitslandesrat Peter Rezar.

Für die Zukunft müssen die Ärzte per Unterschrift etwaigen Überschreitungen der maximalen Arbeitszeit zustimmen - auf freiwilliger Basis, wird betont.

Steigender Druck sorgte für Proteste

In einzelnen Spitälern hatten sich zuletzt immer wieder Differenzen bemerkbar gemacht. Im Krankenhaus Oberwart etwa protestierten die Anästhesisten aufgrund der Dienstzeiten-Einteilung mittels Brief an das Land. Diese Probleme habe man in persönlichen Gesprächen ausgeräumt, heißt es.

Belastet sind aber auch weitere Berufsgruppen im Spitalswesen. Seitens der Gewerkschafts-Fraktionen wurde dazu bislang nur in internen Betriebsversammlungen Stellung genommen.

In Sachen Gehaltsverhandlungen aber drohte die Gewerkschaft bereits im Vorfeld mit Maßnahmen. Für Ärztekammer-Präsident Michael Lang und Betriebsrats-Chef Heinz Kulovits ist mit dem vollen Lohnausgleich für die ausfallenden Stunden eine wichtige Forderung erfüllt.

Gemeinsam mit allen Spitals-Vertretern will KRAGES-Geschäftsführer René Schnedl das neue Gesetz nun mit Leben füllen.