Erstellt am 10. August 2016, 06:38

von Wolfgang Millendorfer

Kein Poker um Ärzte. Abschaffung der Kosten-Refundierung wird strikt abgelehnt. Burgenland setzt auf bessere Vernetzung der Ärzte.

Ärzteschaft und Landespolitik sind sich einig. Sowohl Kammer-Präsident Michael Lang als auch Gesunheitslandesrat Norbert Darabos können dem Vorstoß aus der Bundes-SPÖ wenig abgewinnen.  |  Bilderbox.com

Der Vorstoß von SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger sorgte österreichweit für einen Aufschrei. Demnach soll das Wahlarzt-System hinterfragt werden. Derzeit können Patienten ihre Rechnungen bei der Krankenkasse einreichen, bis zu 80 Prozent des entsprechenden Tarifs werden rückerstattet.

Lang: „Alles andere als sozialdemokratisch“

Geht es nach Spindelberger, soll dem ein Riegel vorgeschoben werden und das Geld in die Schaffung neuer Kassenarzt-Stellen fließen. Wie Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SP), lehnt auch Landesrat Norbert Darabos den Vorschlag seines Parteikollegen ab: „Das System hat sich bewährt und es zeigt sich immer wieder, dass ein Mix aus Kassen- und Wahlärzten der richtige Weg ist.“

So sieht es auch Burgenlands Ärztekammer-Präsident Michael Lang: „Auf dieses System können wir stolz sein. Die Idee, die hier geboren wurde, ist aus meiner Sicht alles andere als sozialdemokratisch.“ Zugleich sind sich Lang und Darabos einig, dass über Neuerungen diskutiert werden müsse. Beide sehen einen Zusammenhang zum Ärztemangel im ländlichen Bereich. Lang: „Kassenärzte allein wären nicht imstande, eine hundertprozentige Versorgung der Patienten zu gewährleisten.“

Optimiert werden soll das System durch eine bessere Vernetzung der Ärzte im „Pannonia Net“, das beispielsweise über die Dringlichkeit einzelner Fälle Auskunft gibt: Für Akut-Patienten bringt dies einen rascheren Termin beim Facharzt. Das von der Ärztekammer initiierte System soll noch heuer starten.