Erstellt am 08. Mai 2011, 13:33

Küberl für Mindestlohn von rund 1.200 Euro. Caritas-Präsident Küberl hat sich am Sonntag zur Armutsbekämpfung für eine Mindestlohn von rund 1.200 Euro monatlich ausgesprochen. Außerdem plädierte er in der ORF-"Pressestunde für die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer und höhere Steuern auf Vermögenszuwächse. Im Falle der Abschaffung der Wehrpflicht tritt Küberl für einen freiwilligen, attraktiven Ersatzdienst für den Zivildienst ein.

Caritas-Präsident Küberl hat sich am Sonntag zur Armutsbekämpfung für eine Mindestlohn von rund 1.200 Euro monatlich ausgesprochen. Außerdem plädierte er in der ORF-"Pressestunde für die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer und höhere Steuern auf Vermögenszuwächse. Im Falle der Abschaffung der Wehrpflicht tritt Küberl für einen freiwilligen, attraktiven Ersatzdienst für den Zivildienst ein.

An die Gewerkschaft und die Arbeitgeber-Vertreter richtete Küberl den Vorschlag, einen Mindestlohn auszuhandeln, der zumindest 50 Prozent über der Ausgleichszulage der Pensionen liegen sollte. Das wären etwa 1.150 oder 1.200 Euro monatlich für eine Vollzeitbeschäftigung. An die ÖVP richtete Küberl die "Empfehlung", dass ihr Eintreten für Leistungsgerechtigkeit auch einen gerechten Lohn beinhalten müsse. Den Armen müsse die Möglichkeit gegeben werden, ein Stück mehr in die Mitte kommen zu können.

In diesem Sinne trat Küberl für eine Wiedereinführung der Erbschaftssteuer ein. Bei Pflege-Angehörigen gehe ein Gutteil des Erbes drauf, "andere können mit der Erbschaft auf die Malediven fahren". Das sei nicht gerecht. Zudem plädierte er für eine höhere Besteuerung von Vermögenszuwächsen.

Eine entscheidende Frage zur Bekämpfung der Armut ist für Küberl auch die Bildung. Hier ist seiner Auffassung nach ein "gewaltiger Anlauf" nötig. Der Caritas-Präsident tritt hier für ganztägige Schulformen ein, für Strategien gegen Schulabbruch, für Nachhilfe in der Schule. Zur Frage der Gesamtschule meinte er, dass die Entscheidung über die Zukunft eines Kindes nicht mit 10 sondern erst mit 14 oder 15 Jahren getroffen werden soll.

Im Falle einer Abschaffung des Wehrdienstes würde Küberl für einen freiwilligen Zivildienst eintreten, ein verpflichtender würde aus rechtlichen Gründen nicht gehen. Dieser müsste attraktiv gestaltet werden, es sollte dafür zwar keinen Lohn, aber ein Taggeld in der Höhe der Mindestpension von rund 750 Euro monatlich geben.