Erstellt am 06. April 2012, 06:05

Küberl wünscht sich mehr Transparenz. Caritas-Präsident Franz Küberl wünscht sich mehr Transparenz in der Politik. "Ich glaube, das ist eine Anstandsfrage", sagte er im Interview.

Bei künftigen Sparpaketen sollte es mehr zukunftsweisende Maßnahmen geben, Armutsbekämpfung will er künftig in der Hand des Bundes sehen. Weiters fordert Küberl effektive Maßnahmen gegen Schulabbrecher bzw. Schulschwänzer.

Reformbewegungen in der römisch-katholischen Kirche sieht er als gerechtfertigt. "Transparenz ist der natürliche Feind der Korruption", meint Küberl angesichts der aktuellen Korruptionsdebatte. Einmalige Maßnahmen würden allerdings nur wenig bringen: "Die Transparenzaufgabe wird eine permanente sein."

Einen Anstandskodex, wie ihn die ÖVP derzeit plant, begrüßt der Caritas-Präsident, bleibt aber skeptisch. Dies dürfe kein "Taschentuch für Augenauswischerei" werden. Schon mehrmals habe es derartige Regelungen gegeben, die nach dem Wahlkampf wieder vergessen worden seien. Eine "Triebfeder für Transparenz" könne letztendlich nur Zivilcourage sein.

Kritik übt Küberl an den eben erst beschlossenen Konsolidierungsmaßnahmen: "Sparpakete sind immer Vergangenheitsbewältigung, die Zukunftsbewältigung fehlt aber." So hätte die Regierung etwa versprochen, die Armut bis 2020 um die Hälfte einzudämmen - "aber man merkt nichts davon".

Geht es nach dem Caritas-Chef, soll dies künftig Bundes- anstelle von Gemeindesache sein. Zudem sei es notwendig, für ältere Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, nicht zuletzt aufgrund der Änderungen beim Arbeitslosenversicherungsbeitrag im Rahmen des Sparpakets.

Bei einer Kernaufgabe der Caritas, der Hilfe notleidender Menschen, kann deren Präsident Positives vermelden. Bis zu 55 Mio. Euro seien im vergangenen Jahr gespendet worden, knapp zehn Mio. Euro allein für die Hungerhilfe in Ostafrika, so eine vorläufige Schätzung. Von der permanenten Kirchenkrise sieht Küberl die Caritas kaum betroffen.