Erstellt am 08. September 2013, 11:31

Kurz warnt vor Aus von Religionsunterricht. Die ÖVP macht erneut Druck in Sachen Ethikunterricht. Integrationsstaatssekretär Kurz wirft Unterrichtsministerin Schmied im "Kurier" vor, nach der Nationalratswahl "die Abschaffung des Religionsunterrichtes" anzustreben. Gemeinsam mit den Vertretern der größten Religionsgruppen verfasste Kurz nun ein "Positionspapier", das einen ersatzweise verpflichtenden Ethikunterricht fordert.

Schmied habe - so Kurz - entgegen ihren Ankündigungen nach wie vor kein Konzept für einen alternativen Ethikunterricht vorgelegt, der für all jene gelten soll, die sich vom Religionsunterricht abmelden. "Sie will in Wahrheit ja etwas anderes, und ich kann mir gut vorstellen, dass sie deshalb nicht mehr davon spricht, damit sie nach der Wahl ihren Weg, die Abschaffung des Religionsunterrichts, dann auch wirklich durchsetzen kann", sagte Kurz im "Kurier".

Schmied wies die Vorwürfe scharf zurück. "Da irrt Herr Kurz, es wird keine Änderung am Religionsunterricht geben", hieß es am Sonntag gegenüber der APA. "Außerdem ist uns Religion so wichtig, dass ich mich dagegen verwehre, die Religion und die Religionsgemeinschaften in den Wahlkampf hineinzuziehen", so die Ministerin.

Der Konflikt um den Ethikunterricht schwelt ja bereits seit mehreren Jahren. Während die ÖVP einen verpflichtenden Besuch des Fachs Ethik für alle vom Religionsunterricht Abgemeldeten will, wünscht sich die SPÖ prinzipiell ein Pflichtfach Ethik für alle Schüler. In dem der APA vorliegenden "Positionspapier" fordert Kurz gemeinsam mit den Religionsgemeinschaften aber, dass der Religionsunterricht an den Schulen fix verankert bleiben muss: Auch durch den - auch von den Religionsvertretern geforderten - verpflichtenden Ethikunterricht für alle Abgemeldeten dürfe der Religionsunterricht "keinesfalls eine Schwächung erleiden", heißt es in dem Papier.