Erstellt am 01. Mai 2011, 07:26

Kurz will Deutsch-Projekte finanziell fördern. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz will mit einem ersten Schwerpunkt Sprachprojekte gezielt fördern - vor allem, wenn sie mit einer Berufsausbildung verbunden sind. Ob es auch für Zuwanderer zusätzliche finanzielle Anreize für Deutsch-Verbesserung in Kursen geben wird, ließ er im APA-Interview offen. Freilich gratis sollen die Deutsch-Einheiten keinesfalls sein.

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz will mit einem ersten Schwerpunkt Sprachprojekte gezielt fördern - vor allem, wenn sie mit einer Berufsausbildung verbunden sind. Ob es auch für Zuwanderer zusätzliche finanzielle Anreize für Deutsch-Verbesserung in Kursen geben wird, ließ er im APA-Interview offen. Freilich gratis sollen die Deutsch-Einheiten keinesfalls sein.

Neben dem Fokus auf bessere Sprachkenntnisse will sich Kurz auch dem Thema Wohnen widmen. Von bereits vorhandenen Ghettos will er zwar nicht sprechen, der Staatssekretär sieht es aber als Aufgabe, sich zu bemühen, "dass Parallelgesellschaften nicht noch weiter wuchern". Denn gelungene Integration gebe es nur mit einem Miteinander, nicht mit einem Nebeneinander. In Deutschland gebe es bereits interessante Projekte, wo der studentische Wohnbereich mit jenem von Migranten durchmischt werde: "Wir werden uns das ansehen." Freilich ist Kurz der Meinung, dass man mit mehr Ausbildung und einem damit verbundenen sozialen Aufstieg Wohnbezirke, in denen Parallelgesellschaften entstanden seien, auch auf anderem Weg aufbrechen könne.

Kontakt strebt der Staatssekretär mit Vertretern aller anerkannten Religionsgemeinschaften an: "Religion kann Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein." Auch die Frauenrechte würden ein "großes Thema" sein: "Wenn es da Traditionen oder Fundamentalismus gibt, der mit den Frauenrechten nicht vereinbar ist, werden wir das Thema angreifen." Nichts hält Kurz von einem Kopftuch- oder Burkaverbot. Diese Diskussion werde "sehr populistisch" geführt: "In der Sache gewinnt man wenig". Das sei ähnlich wie bei den Minaretten.

Seinen Weg der spektakulären Kampagnen aus der Jungen ÖVP - Stichwort Geil-o-mobil und 24-Stunden-Verkehr - will Kurz als Staatssekretär nicht fortsetzen. Es sei etwas anderes, mit einer Jugendorganisation auffallen zu müssen. Als Staatssekretär brauche man "keine grellen Kampagnen". Ihm gehe es ja vor allem um die Versachlichung des Themas.