Erstellt am 20. Oktober 2014, 19:20

von APA/Red

Länder beraten über wirkungsorientierte Verwaltung. Im Zuge der Haushaltsreform des Bundes wurde das Prinzip der wirkungsorientierten Verwaltung eingeführt.

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Dabei werden für jedes Ministerium Ziele definiert, wobei auch für die Bürger erkennbar sein soll, welche Mittel dafür aufgewendet werden und ob die Ziele erreicht wurden. Über die Umsetzung auf Länderebene werden bei einer Tagung in Eisenstadt bis Dienstag Erfahrungen ausgetauscht.

Das Burgenland stimme sich bei dem Thema mit Kärnten, Salzburg und der Steiermark ab, so Burgenlands Landesamtsdirektor Robert Tauber. Die Länder wollten auch die Bezirksverwaltungsbehörden mit einbeziehen.

"Im Kern geht es darum, neben den Finanzen, die ja schon transparent sind, in den Haushalten auch die Leistungen und die Ziele, die mit den einzelnen Leistungen verfolgt werden und die Maßnahmen, die man plant, transparent zu machen", erklärte Geschäftsführer Peter Biwald vom KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung.

Jeder Mitarbeiter "Teil des Puzzles"

Auf Bundesebene überlege sich jedes Regierungsmitglied politische Ziele. "Die Verwaltung ist aufgerufen, Maßnahmen mit der Politik zu vereinbaren, wie diese Ziele erreicht werden können", erläuterte Sektionschefin Angelika Flatz vom Bundeskanzleramt. Die Maßnahmen werden mit Kennzahlen versehen.

Durch die gemeinsame Veröffentlichung von Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen sei eine Kontrolle möglich. "Es ist ein Wertewandel innerhalb der Verwaltung", sagte Flatz. Intern werde nun offener kommuniziert, was auch mit der Führungskultur zu tun habe: Jeder Mitarbeiter sei jetzt "Teil des Puzzles" und wisse, wofür er arbeite.

An einem vom KDZ und der FH Kärnten mitbetreuten Projekt zur wirkungsorientierten Verwaltungsführung haben sich die Bezirkshauptmannschaften Eisenstadt-Umgebung, Oberpullendorf (beide Burgenland), Innsbruck, Lienz (beide Tirol), Rohrbach (Oberösterreich) und Zell am See (Salzburg) beteiligt. Ein Ziel, das man sich gesetzt habe, lag etwa im Bereich der Bürgerorientierung: Hier wurde eine Steigerung der Bürger- und Kundenzufriedenheit angestrebt, so der Bezirkshauptmann von Oberpullendorf, Klaus Trummer.

Evaluierungsbericht Ende Oktober

Hinsichtlich der Mitarbeiterführung wurde überlegt, "was ist eigentlich optimaler Führungsstil?". Ein Resümee bisher sei: "Es ist nicht einfach, Indikatoren, Messgrößen und Wirkungsziele herauszufiltern", meinte Trummer.

Der erste Evaluierungsbericht über die Umsetzung auf Bundesebene soll am 31. Oktober dem Parlament übermittelt werden, berichtete Flatz. Die festgelegten Wirkungsziele müssten sich auch jeweils im Strategiebericht der österreichischen Bundesregierung finden, der im Frühjahr nach Brüssel gesandt wird.