Erstellt am 21. Januar 2013, 13:51

Länder-SPÖs sehen keinen Handlungsbedarf im Team. Die SPÖ-Länderorganisationen haben sich trotz des schlechten Abschneidens bei der Bundesheer-Volksbefragung am Sonntag hinter den Vorsitzenden Werner Faymann und seine Parteimanager gestellt.

SPÖ-Bezirksvorsitzender Christian Illedits: »Es ist unangebracht, junge Menschen einzuschüchtern.«  |  NOEN
Grundsätzlich gebe es zwar immer Verbesserungsmöglichkeiten, akuten Handlungsbedarf im Team auf Bundesebene orten die Länderchefs jedoch nicht. Die Wiener SPÖ sieht "eigentlich" keinen Änderungsbedarf im Bundespartei-Wahlkampfteam, wie Landesparteisekretär Christian Deutsch betonte : "Ich gehe davon aus, dass die Bundespartei das beste Wahlkampf-Team zusammenstellen wird." Im Hinblick auf die Nationalratswahl sei es aber wesentlich, dass sich die SPÖ wieder auf ein einheitliches Auftreten konzentriere.

Ein Motivationsproblem will man bei der SPÖ Niederösterreich nicht ausmachen. Es habe eben viele gegeben, die Bedenken gegenüber den neuen Systemen hatten und die sich schon jahrzehntelang mit dem bestehenden Modus identifizieren, stellte Landesparteichef Sepp Leitner fest. "Man kann die Leute nicht einfach von heute auf morgen ändern", meinte er. Den Ausgang der Volksbefragung will er jedenfalls nicht auf einzelne Personen reduzieren, sagte er.

Auch bei der SPÖ Burgenland sieht man zumindest keinen akuten Handlungsbedarf. Klubobmann Christian Illedits räumte aber ein: "Dass wir nicht mit allem einverstanden und glücklich sind, ist ein offenes Geheimnis." Dass viele SPÖ-Wähler diesmal daheim blieben, hänge damit zusammen, dass man "eher nicht den großen Mobilisierungswahlkampf wie sonst" geführt habe, so der Klubobmann. Man habe stattdessen eher die Expertenmeinungen in den Vordergrund gestellt.

Kärntens SPÖ-Landesparteichef Peter Kaiser stellte fest:„Wer grundsätzlich glaubt, dass man sich nicht verbessern kann, liegt falsch. Wir haben immer Optimierungsbedarf.“

Aus Tiroler Sicht gibt es keinen Änderungsbedarf im Bundeswahlkampfteam, betonte der designierte Landesparteiobmann, LHStv. Gerhard Reheis. Es sei um die Zukunft des Heeres und nicht um Parteipolitisches gegangen. Nun gelte es, das Heer zu reformieren. Weiters brauche es "endlich" eine Gleichstellung von Wehr- und Zivildienst, indem beide gleich lang dauern.

Vorarlbergs SPÖ-Chef Michael Ritsch sah das Ergebnis der Volksbefragung vor allem als Folge des Mittel-Einsatzes. Während die ÖVP massiv investiert habe, habe die SPÖ nur in Wien und im Burgenland Geld in die Hand genommen. "Hätten wir mehr Geld hineingesteckt, wäre wahrscheinlich ein anderes Ergebnis herausgekommen. Groß zu investieren ist aber nicht der Sinn einer Volksbefragung", stellte Ritsch fest. Parteichef Faymann habe bei allen Veranstaltungen eine "ausgezeichnete Performance" hingelegt, sei ein ausgezeichneter Wahlkämpfer und mit Sicherheit der richtige Spitzenkandidat für die SPÖ, war Ritsch auch für die Nationalratswahl im Herbst nicht bange.

„Ich schätze die Arbeit der Bundesgeschäftsstelle sehr. Die beiden Bundesgeschäftsführer leisten eine professionelle und gute Arbeit“, erklärte Salzburgs SPÖ-Landesgeschäftsführer Uwe Höfferer. Einige Teilziele der SPÖ seien bei der Volksbefragung auch erreicht worden, nannte Höfferer die hohe Wahlbeteiligung und die Zustimmung der Jungen für ein Berufsheer. Auch die SPÖ Oberösterreich erklärte, man orte keinen Änderungsbedarf im Bundespartei-Wahlkampfteam. Das sei derzeit auch nicht in Diskussion.