Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Land bleibt „auf Kurs“. Wirtschaftswachstum / Burgenland führt Bundesländer-Ranking an. Politik und Sozialpartner wollen den Aufwärtstrend nun fortsetzen.

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Von Wolfgang Millendorfer

Die Freude ist groß, in Jubel will man aber trotzdem nicht ausbrechen: Aus einer aktuellen Studie zur Wirtschaftsentwicklung 2012 geht das Burgenland klar als „Wachstumskaiser“ hervor (siehe Kasten). Auf diesen Erfolg müsse jetzt aufgebaut werden, heißt es, denn auch Probleme sind in Sicht.

Das „zarte Wirtschafts-Pflänzlein“ will man jedenfalls weiterhin im Team hegen: Die Landespolitik, die Sozialpartner und die für Förderungen zuständige WiBAG demonstrierten deshalb erneut Einigkeit. „Mit dem gemeinsamen ,Kraftpa-

ket‘ haben wir die richtigen Maßnahmen gegen die Krise gesetzt“, sagt Landeschef Hans Niessl. Sein Stellvertreter Franz Steindl verweist auf das „freundliche Wirtschaftsklima, das neue Betriebe ins Land holen soll“.

Mehr Facharbeiter und ein Innovationsschub 

Für WK-Präsident Peter Nemeth ist die breite Basis eine Stärke der Wirtschaft: In Summe bieten die burgenländischen Firmen rund 60.000 Arbeitsplätze. AK-Präsident Alfred Schreiner sieht vor allem den Kampf gegen die Arbeitslo-

sigkeit der Jugend und älterer Personen als vorrangige Aufgabe der Zukunft, ebenso die Umsetzung des „Arbeitsmarkt-Schutzschirmes“.

Neben steigender Arbeitslosenzahlen und dem geringen Wohlstand gibt es noch in anderen Bereichen Aufholbedarf: Der Facharbeitermangel soll bekämpft, Innovation, Forschung und Internationalisierung sollen vorangetrieben werden. Grundlage dafür sind die EU- und Bundes-Förderungen, für die man sich – ebenfalls gemeinsam – einsetzt.

Gute Prognosen: WiBAG-Vorstand Günter Perner, AK-Präsident Alfred Schreiner, Landeshauptmann Hans Niessl, Landesvize Franz Steindl, WK-Präsident Peter Nemeth und WiBAG-Vorstand Franz Kast (v.l.).Gregor Hafner

Mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent belegt das Burgenland 2012 den ersten Platz im Bundesländer-Ranking (Österreich-Schnitt: 0,8 Prozent). Laut Prognosen soll das Land mit 1,3 Prozent Wachstum auch 2013 am besten abschneiden.

Mit 2,3 Prozent fiel 2012 auch das Beschäftigungswachstum im Burgenland am stärksten aus.

Sorgen bereiten die Arbeitslosenquote (7,3 Prozent) und die unterdurchschnittliche Pro-Kopf-Wirtschaftskraft.