Erstellt am 05. August 2015, 06:36

von Wolfgang Millendorfer

Landes-VP gegen Neuzugang Ertlschweiger. Nationalrat Ertlschweiger im ÖVP-Klub, aber nicht in der Landespartei. ÖVP-Landeschef Steiner kritisiert Parteiwechsel.

ÖVP-Landeschef Thomas Steiner: »Ich halte Wechsel für nicht in Ordnung.«  |  NOEN, MUELLNER Werner
Als „Heimkehr“ bezeichnete der Pöttschinger Rouven Ertlschweiger seinen Wechsel vom Team Stronach in den ÖVP-Nationalratsklub. Während er im Parlament als „Parteifreier“ sitzt, hat Ertlschweiger mit der Burgenland-ÖVP „nichts zu tun“.

Hergovich spricht von „Wählertäuschung“

Auch im Hinblick auf die Landtagskandidatur mit dem Bündnis Liste Burgenland habe er stets betont, dass seine Prioritäten im Bund liegen: „Ich will mich hier für das Burgenland einbringen und da sehe ich jetzt in der ÖVP mehr Möglichkeiten. Das beschränkt sich rein auf den Parlamentsklub.“

Deutliche Worte findet ÖVP-Landesobmann Thomas Steiner im Gespräch mit der BVZ: „Herr Ertlschweiger ist kein Mitglied der ÖVP Burgenland und hat auch keinen Sitz im Landesparteivorstand. Ich halte diese Wechsel während einer Legislaturperiode auch für nicht in Ordnung.“

In einer Sache sind sich Steiner und Ertlschweiger einig: Dass es jetzt im Bund zu Schwarz-Blau kommen könnte, sei ausgeschlossen: „Es gibt ein Regierungsübereinkommen mit der SPÖ und dabei bleibt es.“

SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich wiederum kommentiert den Parteiwechsel als „Wählertäuschung“. Kritik gab es auch von FPÖ und Grünen.

Kein böses Wort über Frank Stronach

„Ich bin deshalb kein anderer und verbiege mich auch nicht“, meint hingegen Ertlschweiger. „Für mich geht es darum, mich konstruktiv einbringen zu können.“ Seinem ehemaligen Chef Frank Stronach ist Ertlschweiger „nach wie vor dankbar“.

Dass das Team Stronach Burgenland auch nach den Rochaden weiter bestehen soll, betont Landesobmann Herbert Klikovits. Im September will er „die Weichen neu stellen“.