Erstellt am 16. Mai 2015, 09:24

von APA Red

Landtagswahlen bisher ohne große Ausreißer. Zwar erlebte das Burgenland einen der wenigen Machtwechsel Österreichs - 1964 verdrängte die SPÖ die ÖVP von Platz 1 und dem LH-Sessel -, aber abgesehen davon zeigt es sich bei den Landtagswahlen recht gemäßigt.

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Noch nie hat eine Partei zweistellig Stimmenanteil verloren oder dazugewonnen - und das beste Ergebnis liegt nicht weit über der 50 Prozent-Marke.

Keine "echten" Desaster, auch Wahlbeteiligung konstant

Genau 53,22 Prozent der SPÖ im Jahr 1982 waren der bisherige Rekord bei den burgenländischen Landtagswahlen seit 1945.

Erdrutsch-Siege oder so richtige Wahldesaster gab es nie: Das größte Plus machte 5,63 Prozentpunkte der SPÖ im Jahr 2005 aus, das größte Minus erlitt die FPÖ im selben Jahr mit 6,88 Prozentpunkten. Damit ist das Burgenland das einzige Bundesland, in dem es bei keiner einzigen Landtagswahl zweistellige Veränderungen gab.

Selbst die Wahlbeteiligung rasselte nicht ganz so arg hinunter wie in den meisten anderen Bundesländern - und so zählen die Burgenländer (obwohl es bei ihnen nie Wahlpflicht gab) noch immer zu den fleißigsten Wählern. 2010 blieben zwar so viele Wahlberechtigte wie nie davor zu Hause, mit 77,30 Prozent ist das Burgenland aber österreichweit immer noch Zweiter.

Niessl braucht noch einige Jahre zu Kerys "Rekord"

Unter den Landeshauptmännern hat das Burgenland eine Legende: Theodor Kery (SPÖ) steht mit 21 Jahren und vier Monaten Amtsdauer (1966 bis 1987) österreichweit auf Platz 6 aller Landeshauptleute der Zweiten Republik.

Der aktuelle Landeschef Hans Niessl (SPÖ) müsste - mit seinen derzeit 14 Jahren und fünf Monaten - bis zur übernächsten Periode im Amt bleiben, um Kerys Rekord einzustellen.

Rekorde bei Landtagswahlen, im Landtag und unter den Landeshauptmännern im Burgenland seit 1945:

Ergebnisse, Beteiligung
- Höchster Stimmenanteil je: 53,22 Prozent der SPÖ im Jahr 1982
               Höchster bzw. Niedrigster Stimmenanteil
- SPÖ:   53,22 Prozent 1982, 40,43 Prozent 1949
- ÖVP:   52,61 Prozent 1949, 34,62 Prozent 2010
- FPÖ:   14,55 Prozent 1996,  2,22 Prozent 1968
- Grüne:  5,49 Prozent 2000,  2,20 Prozent 1987

                         Meiste bzw. Wenigste Wähler
- SPÖ-Wähler:  100.497 (2005), 59.106 (1945)
- ÖVP-Wähler:   86.496 (1949), 62.991 (1996)
- FPÖ-Wähler:   25.426 (1996),  3.713 (1968)
- Grün-Wähler:  10.057 (2000),  3.873 (1987)

- Größtes Plus:  5,63 Prozentpunkte der SPÖ 2005
- Größtes Minus: 6,88 Prozentpunkte der FPÖ 2005

              Größtes Plus bzw. Größtes Minus
- SPÖ:    5,63 Pp. (2005), -5,89 Pp. (1987)
- ÖVP:    1,05 Pp. (2005), -4,17 Pp. (1953)
- FPÖ:    4,81 Pp. (1996), -6,88 Pp. (2005)
- Grüne:  3,00 Pp. (2000), -1,06 Pp. (2010)

- Wahlbeteiligung:
Höchste: 97,41 Prozent 1949
Niedrigste: 77,30 Prozent 2010

- Wahlberechtigte meiste: 248.694 im Jahr 2010, heuer 250.607
Landtag
- Meiste Parteien: Fünf seit 2010 mit SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, LBL
- Frauenanteil aktuell: 19,44 Prozent (7 von 36 Abgeordneten)
  Frauenanteil alle neun Landtage: 32,1 Prozent (144 von 448)
- Jüngster Abgeordneter: Christoph Wolf (ÖVP) mit 28 Jahren
- Ältester Abgeordneter: Werner Friedl (SPÖ) mit 63 Jahren
Landeshauptmann
- Längst dienender LH:
Theodor Kery (S), 21,4 Jahre
von 28.6.1966 bis 30.10.1987

- Kürzest dienender LH:
Hans Bögl (S), 2 Jahre
von 12.6.1964 bis 28.6.1966

- Aktueller LH:
Hans Niessl (S), 14,4 Jahre
seit 28.12.2000