Erstellt am 27. September 2012, 13:17

Laut Pippan bestellte Faymann "Österreich"-Beilage. Der heutige Bundeskanzler Faymann soll in seiner Zeit als Verkehrsminister auch eine Sonderbeilage der Tageszeitung "Österreich" für die ÖBB vereinbart haben. Das sagte zumindest der frühere ÖBB-Sprecher Gary Pippan bei seiner Befragung im U-Ausschuss am Donnerstag.

Peter Pilz von den Grünen befragte Pippan zur "Österreich"-Beilage mit dem Titel "innovativ" im Frühjahr/Sommer 2007 - zwei von fünf dieser Beilagen seien hauptsächlich von den ÖBB finanziert worden, die nicht nur die Beilage selbst, sondern auch extra für Inserate darin bezahlen hätten müssen, behauptete der Abgeordnete. Er erinnere sich, dass er als Leiter der Pressestelle einen Anruf eines Beilagen-Redakteurs - er glaube von "Österreich" - bekommen habe, der gefragt habe, wann er denn die Unterlagen für die 24-seitige Sonderbeilage bekomme, schilderte Pippan. Er habe dann den Redakteur gefragt, um welche Sonderbeilage es gehe und dieser habe gesagt, um jene, die Faymann beauftragt habe.

Es sei ein "skurriles Gespräch" gewesen, meinte Pippan. Er habe sich daraufhin an den früheren ÖBB-Kommunikationschef Sattlberger gewandt, der habe Vorstandschef Huber kontaktiert und dieser wiederum Ostermayer, damals Faymanns Kabinettschef und heute Staatssekretär. Bei ihm sei dann in Folge der Auftrag gelandet, man solle Informationen für die Sonderbeilage zusammenstellen, erklärte Pippan. Für ihn habe es sich so dargestellt, als habe das BMVIT eine Vereinbarung mit "Österreich" gemacht. An sich sei das aber inhaltlich keine schlechte Sache für die ÖBB gewesen.

Thema war auch weiterhin die in der "Kronen Zeitung" erschienene und von den ÖBB bezahlte Kampagne, bei der Minister Faymann als Ombudsmann für die Beschwerden der Bahnfahrer auftrat. Auf Befragen der ÖVP-Abgeordneten Tamandl betonte Pippan, er sei der Meinung, die ÖBB hätten diese Seiten anders gefüllt.