Erstellt am 28. Mai 2015, 15:13

von APA Red

LBL gibt sich im Finale optimistisch. Das Bündnis Liste Burgenland (LBL) ließ am Freitag 45 Tage Wahlkampf Revue passieren. "Ich bin guter Dinge, dass wir mit zwei bis drei Mandaten in den Landtag einziehen werden", zeigte sich Spitzenkandidat Manfred Kölly optimistisch.

Manfred Kölly, Spitzenkandidat vom Bündnis Liste Burgenland.  |  NOEN, Michaela Grabner
Zuversicht schöpften Kölly und Abg. Rouven Ertlschweiger (Team Stronach) aus der "sehr positiven Stimmung", die sie bei ihrem Kontakt mit den Bürgern erfahren hätten.

Das Bündnis habe im Wahlkampf nicht den Vorsatz gehabt, "so viele Hände zu schütteln wie möglich". Stattdessen habe man sich für die Menschen Zeit genommen. Diese Art der Wahlwerbung komme bei den Menschen auch an, meinte Ertlschweiger.

Für Eindämmung der Plakatflut, gegen Wiesen-Asyl-Lösung

Kölly schlug vor, bei künftigen Wahlgängen die "wahnsinnige Flut von Plakaten" einzudämmen. "Wir wollen, dass wir in einer Regierung auch die Möglichkeit haben, mitzugestalten", bekräftigte der Spitzenkandidat außerdem die Bereitschaft, politische Verantwortung zu übernehmen. Man wolle "aber auch die Kontrollfunktion stärken und ausbauen".

Wahlkampfleiter Martin Klikovits erklärte, das Wahlkampfbudget von ursprünglich 270.000 Euro sei unterschritten worden. Man habe um rund zehn Prozent weniger ausgegeben, als ursprünglich geschätzt.

Kölly übte Kritik an Plänen zur Unterbringung von 50 bis 60 Asylwerbern in einem früheren Seniorenheim in Wiesen im Bezirk Mattersburg. Dass der dortige Ortschef nicht informiert und die Bevölkerung nicht eingebunden worden sei, finde er "schon fatal", meinte Kölly.

Bürgermeister Matthias Weghofer (ÖVP) hatte in einer Postwurfsendung darüber informiert, dass er von einem potenziellen Betreiber erfahren habe, die Vorgangsweise - eine mögliche Bewilligung solle unbefristet erteilt werden - sei "politisch bereits abgestimmt".

Freistellungen im öffentlichen Dienst stoßen Kölly sauer auf

Der LBL-Spitzenkandidat lud auch zum Blick auf die Kandidatenlisten von SPÖ, ÖVP und FPÖ ein: "Die Herrschaften, die da drauf sind, sind alle in einem geschützten Bereich, die ersten zehn, wenn man sich das anschaut."

Was ihm sauer aufstoße, sei, "dass Leute sechs Wochen frei gestellt werden bei voller Bezahlung vom öffentlichen Dienst. Das können wir uns zu 99 Prozent nicht leisten. Wir sind alle in der Wirtschaft, wir sind alle irgendwo angestellt, wir müssen auch nebenbei noch arbeiten", sagte Kölly. Das sei ein Punkt, wo man in Zukunft etwas ändern wolle.

In den kommenden Tagen gehe es "wirklich um jede Stimme", deshalb wolle man sich nochmals bemühen. Die Abschlussveranstaltung des Bündnisses findet am Freitagnachmittag in der Eisenstädter Fußgängerzonen statt.