Erstellt am 23. September 2012, 15:31

Lehrabschluss für Maturanten nach Praxisjahr. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl will dem Fachkräftemangel durch ein neues, erweitertes Modell der Lehrlingsausbildung entgegenwirken.

Wenn man praktisch veranlagten Maturanten einen alternativen Ausbildungsgang zum Studium anbiete, könnten dadurch auch die Universitäten entlastet werden, glaubt Leitl. Integrationsstaatssekretär Kurz fordert eine Bildungspflicht bis zum Hauptschulabschluss einzuführen. Derzeit reiche es, neun Jahre die Schulpflicht abzusitzen, künftig sollen Jugendliche "verpflichtend bis zum Hauptschulabschluss in der Schule bleiben müssen, um eine Chance am Arbeitsmarkt zu erhalten". Er schränkt allerdings ein, dass diese Pflicht nur bis zum 18. Lebensjahr gehen soll.

Ähnlich die Forderung des Wiener Genetikers Markus Hengstschläger, Leiter einer von ÖVP-Chef Spindelegger eingesetzten Expertengruppe für Bildung: Auch für ihn sollte man die Schulpflicht nicht nach neun Jahren erfüllt haben, sondern nur nach "Abschluss der Mittleren Reife, egal, wie lange man dafür braucht". Sowohl Kurz als auch Hengstschläger argumentieren damit, dass kein Jugendlicher künftig die Schule verlassen soll, ohne schreiben, lesen und rechnen zu können.