Erstellt am 05. Dezember 2012, 14:25

Lehrer gegen verpflichtende "Massenschülerhaltung". Die AHS-Lehrergewerkschaft hat sich am Mittwoch gegen "primitives Lehrerbashing" im Zusammenhang mit Ganztagsschulen gewehrt.

Die Lehrer hätten selbst im April 2011 mehr "ganztägige Schulformen auf freiwilliger Basis unter strikter Berücksichtigung qualitativ hochwertiger Rahmenbedingungen" gefordert, betonte AHS-Vertreter Eckehardt Quin.

Dementsprechend würden auch die Ausbaupläne der Regierung begrüßt. "Wir sprechen uns aber klar gegen verpflichtende 'Massenschülerhaltung' aus."

Es gebe an jeder AHS Österreichs, wo das von den Eltern gewünscht werde, ganztägige Angebote, wehrte Quin sich gegen das Betonierer-Image der Gewerkschaft. Paul Kimberger (FCG), Vertreter der Pflichtschullehrer, betonte, ihm sei kein einziger Fall bekannt, in dem Lehrer die Umwandlung eines Standorts in eine verschränkte Ganztagsschule mit Wechsel von Unterricht, Lern- und Freizeitphasen blockiert hätten.

Auch beim Dachverband der Elternvereine an Pflichtschulen ist kein Fall bekannt, in dem Eltern eine Umwandlung zur Ganztagsschule befürwortet, aber Lehrer diese blockiert hätten. Dass die Zustimmung der Lehrer Voraussetzung bleibt, hat aus Sicht des Vorsitzenden Christian Morawek dennoch "eine schiefe Optik".

Bildungsvolksbegehren-Initiator Androsch beharrte unterdessen in einer Aussendung vom Mittwoch darauf, dass es sich beim Ausbau von Ganztagsangeboten um echte Ganztagsschulen handeln müsse. Es dürfe außerdem nicht passieren, dass "Teile der Regierung vor der bekannten Gruppe der ständigen Blockierer wieder einknicken", kritisierte Androsch die Ankündigung von VP-Vizekanzler Spindelegger, wonach der Ausbau sich an einer jährlichen Bedarfserhebung orientieren soll.