Erstellt am 28. November 2012, 07:28

Lehrer im Visier. Anstiftung zum Amtsmissbrauch? | Ermittlungen in der Causa „Scheinanmeldungen“ ausgeweitet. 20 bis 30 Lehrer im Verdacht.

Bisher waren fast ausschließlich Bürgermeister im Visier der Justiz in der Causa „Scheinanmeldungen von Schülern“. Nun wird auch gegen Lehrer ermittelt. Zwischen 20 und 30 Pädagogen werden laut einem Insider verdächtigt, dass sie Bürgermeister zum Amtsmissbrauch angestiftet hätten. „Der Verdacht steht im Raum, dass die Lehrer Beitragstäter sind“, heißt es hinter den Kulissen.

Gerhard Resch, geschäftsführender Präsident des Landesschulrates, weiß zwar davon, dass Lehrer und Schulleiter von der Staatsanwaltschaft einvernommen wurden. Dass aber Pädagogen verdächtigt werden, Bürgermeister zum Amtsmissbrauch angestiftet zu haben, ist ihm neu: „Möglich ist alles. Mich würde es nicht wundern, wenn man jetzt den Lehrern die Schuld in die Schuhe schiebt.“

Ob es demnächst auch zu Anklagen gegen Lehrer kommen wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Aus gut informierten Kreisen wird dies aber bezweifelt: „Dieser Brückenschlag vom Beitragstäter zum Amtsmissbrauch ist nicht einfach. Schwer vorstellbar, dass auch Lehrer angeklagt werden.“ Dennoch dürften einige Lehrer mit mulmigem Gefühl im Bauch zu den Einvernahmen erschienen sein.

Mit dieser neuen Entwicklung haben nur mehr die Schüler in der Angelegenheit nichts zu befürchten. Zwar betont Resch, dass er kein Jurist sei, aber: „Wenn Kinder eine Ausbildung anfangen, dann können sie nicht hinausgeworfen werden.“ Sollte sich herausstellen, dass die Rechtslage anders ist, kann sich Resch trotzdem nicht vorstellen, Kinder aus der Schule zu werfen: „Wir können nicht sagen, ihr dürft die Schule nicht beenden. Das wäre unsozial.“