Erstellt am 04. Dezember 2013, 11:04

Lehrer sammeln Unterschriften und versammeln sich. Von Mittwoch bis zum 12. Dezember sammelt die Gewerkschaft unter den 71.000 Pflichtschullehrern Unterschriften gegen die von der Regierung beschlossene Reform des Lehrerdienstrechts.

An den AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) finden am Donnerstag während der Unterrichtszeit Dienststellenversammlungen statt, auch Schüler und Eltern sollen mobilisiert werden.

Forderungen nach mehr Unterstützungspersonal

An den Pflichtschulen (Volks-, Haupt-/Neue Mittelschule, Sonder- und Polytechnische Schule) will die Gewerkschaft die Lehrer außerhalb der Unterrichtszeit über von ihr georteten Mängel der Reform informieren. Sie fordert u.a. mehr Unterstützungspersonal, Fächerzulagen für Volksschullehrer bei Schularbeiten und mehr Ressourcen für Individualisierung und Sonderpädagogik.

Mit ihrer Unterschrift sollen die Pflichtschullehrer zeigen, "dass man in Österreich über eine wesentliche Berufsgruppe, die für die Zukunft unserer Kinder und damit unser aller Zukunft verantwortlich ist, nicht so einfach drüberfahren kann", wie es im Begleitbrief des von Christgewerkschaftern und sozialdemokratischen Gewerkschaftern erstellten Infopakets heißt.

Gehalt und Mehrstunden sind allerdings kein Thema

Die von AHS und BMHS-Gewerkschaft massiv kritisierte Anhebung der Unterrichtsverpflichtung (24 Wochenstunden minus je einer Stunde für Klassenvorstände und damit de facto alle Volksschullehrer, Mentoren sowie für Lernbegleitung und Schüler-bzw- Elternberatung) ist hingegen kein Thema; Pflichtschullehrer unterrichten schon jetzt 20 bis 22 Wochenstunden.

Auch das Gehalt wird im Informationsmaterial nicht bemängelt, die neue Staffel bringe für diese Gruppe "mit wenigen Ausnahmen höheren Lebensverdienst".

Kimberger ortet Unmut bei Abgeordneten

Am 16. Dezember, einen Tag vor dem geplanten Beschluss des Dienstrechts im Parlament, soll das Ergebnis der Unterschriftenaktion präsentiert werden, so der oberste Pflichtschullehrervertreter und Verhandlungsführer der ARGE Lehrer, Paul Kimberger (FCG).

Ein Nationalratsbeschluss ist aus seiner Sicht noch nicht fix, er ortet Unmut bei so manchem Abgeordneten. Und auch wenn die Reform abgesegnet werden sollte, sähe er noch Spielraum: "Das wäre nicht das erste Gesetz, das noch vor seinem Inkrafttreten novelliert wird."

An den AHS und BMHS wird zunächst zwar ebenfalls auf Information der Kollegen gesetzt. Durch die Dienststellen- und gewerkschaftlichen Betriebsversammlungen wird dort am Donnerstag allerdings sehr wohl Unterricht entfallen - wenn auch nur für zwei Stunden.